Wien - Österreich liegt bei ausländischen Direktinvestitionen in den Ländern Südosteuropas (SOE) an vorderster Stelle. Laut einer aktuellen Studie des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche (WIIW), die anlässlich einer Ministerkonferenz präsentiert wurde, liegt der Anteil der österreichischen Direktinvestitionen in Kroatien per Jahresende 2001 bei 26,8 Prozent. Österreich ist damit in Kroatien der größte Investor, noch vor Deutschland. In Summe flossen im Vorjahr 549,9 Mio. Euro heimische Gelder nach Kroatien, sodass sich der Gesamtbestand auf knapp über zwei Mrd. Euro erhöhte. Am zweiten Platz liegt Bosnien-Herzegowina mit einem Anteil von 17,5 Prozent und einer Summe von 100 Mio. Euro ein. Die dritte Stelle hält die Republik Jugoslawien mit einem Anteil von zehn Prozent und einem Betrag von 21,3 Mio. Euro. In Bulgarien und Rumänien liegt Österreich bei Direktinvestitionen auf den Rängen fünf und sechs. Der Anteil an den gesamten ausländischen Direktinvestitionen in dieser Region betrug 12,2 Prozent. In den restlichen SOE-Ländern Albanien, Mazedonien und Moldawien sind die österreichischen Anteile bedeutend geringer. 1,1 Milliarden Euro In Summe flossen im Vorjahr 1,1 Mrd. Euro vornehmlich nach Kroatien, Rumänien und Bulgarien und damit fast ebenso viel wie in die entwickelteren Länder Mittel- und Osteuropas, in die 1,3 Mrd. Euro investiert wurden. Mit einem Anteil von 48 Prozent an den gesamten ausländischen Direktinvestitionen nimmt Österreich dabei in Slowenien den ersten Platz ein. In Tschechien und der Slowakei liegt Österreich in Summe der bis 2001 getätigten Direktinvestitionen jeweils an dritter Stelle. Im Vorjahr flossen in Summe 4,4 Mrd. Dollar (4,34 Mrd. Euro) mehr Gelder in die acht südosteuropäischen Länder, um 16 Prozent als ein Jahr davor (3,8 Mrd. Dollar). Trotz des beträchtlichen Wachstums macht dies aber nur 0,6 Prozent der weltweiten Geldflüsse und nur etwas mehr als die Hälfte der etwa in Polen getätigten ausländischen Direktinvestitionen aus. Bezogen auf die Bevölkerung bedeutet dies 79 Dollar pro Kopf, verglichen mit 75 bzw. 260 Dollar, die im Jahr 1993 bzw. 2001 in die Länder Mittel- und Osteuropas flossen. (APA, DER STANDARD, Printausgabe 19.7.2002)