Berlin - Die Illustrierte "stern" hat Vorwürfe des entlassenen deutschen Verteidigungsministers Rudolf Scharping zu dem Artikel um eine angebliche Honoraraffäre des Ministers zurückgewiesen. "Für mich steht fest und das hat auch Herr Hunzinger bestätigt: Die Unterlagen, die wir veröffentlicht haben, sind authentisch", sagte Hans-Ulrich Jörges, stellvertretender Chefredakteur des Magazins und Co-Autor des Artikels über Scharping. "Die Fragen, die wir gestellt haben, sind berechtigt. Herr Hunzinger hat auf die Fragen geantwortet, der Minister bis heute nicht. Der Minister hat sich allen Fragen entzogen und wir haben überhaupt keinen Grund, an der Geschichte zu zweifeln. Sie stimmt." Scharping habe vielmehr den Stern mit Antworten auf die Fragen vertröstet. "Schutzbehauptungen" Jörges stellte zudem Aussagen in Frage, die vom "stern" veröffentlichten Unterlagen seien auch anderen Medien angeboten, dort nach Prüfung aber nicht veröffentlicht worden: "Das sind reine Schutzbehauptungen", sagte Jörges. "Wenn andere Medien dieses Material geprüft hätten, hätten sie es gekauft oder genommen." Jörges wollte sich nicht dazu äußern, ob der Stern Geld für das Material bezahlt hat. Das Magazin hatte unter anderem berichtet, Scharping habe von der PR-Agentur Hunzinger 140.000 DM (71.581 Euro) erhalten. Scharping hatte dies später bestätigt. Auch hatte das Magazin berichtet, Hunzinger habe ein Treffen von Scharping mit dem Vorstand einer Rüstungsfirma organisiert. Hunzinger hatte ein solches Treffen nach Veröffentlichung des Artikels ebenfalls bestätigt. Ob es weitere Treffen solcher Art gegeben hat, wollte Hunzinger auf Nachfrage nicht sagen. (APA/Reuters)