Boston - Ärzte des Massachusetts General Hospital haben mittels Telemedizin einen Chirurgen in der Antarktis unterstützt, eine gerissene Sehne eines Polarforschers wieder anzunähen. Der Meteorologe Dar Gibson zog sich den Riss während eines Sturzes in der antarktischen Amundsen-Scott-Station zu, konnte aber aufgrund des zurzeit vorherrschenden Polarwinters nicht mit dem Flugzeug evakuiert werden, berichtet die National Science Foundation (NSF).Die telemedizinische Verbindung, die von Raytheon Polar Services (RPSC) betrieben wird, ermöglichte es dem Chirurgen Bertram Zaris seinen Kollegen Timothy Pollard (Bild re.) in einer zwei-stündigen Operation zu unterstützen. Der Eingriff mit Unterstützung der Telemedizin ist eine Premiere in der 50-jährigen Geschichte des US-Antarktis-Programms, das von der NSF geleitet wird. "Der Operationserfolg ist ein Meilenstein im Bestreben, die Telekommunikation für die Verbesserung von medizinischen Services in den entlegensten Gebieten einzusetzen. Der Ferneingriff wird in die Geschichte der Medizin eingehen", sagte Karl Erb, Leiter des NSF-Polarprogrammes. Gibson hat bereits mit einer Physiotherapie begonnen, um wieder die komplette Bewegungsfreiheit des Knies zu erlangen. Mit der Rückkehr in die USA ist erst im November zu rechnen, dann endet der australische Winter. (pte)