Salzburg - Bei der Einvernahme eines GBK-Mitarbeiters, der dem Pistendienst zugeordnet ist, ging es auch um die Frage, ob Materialtransporte mit der Standseilbahn durchgeführt wurden. "Gasflaschen sind ganz sicher immer in Sondertransporten ohne Gäste zum Alpinzentrum transportiert worden", erläuterte der Pinzgauer. Am Abend, nach seiner Revisionsfahrt, habe er den Heizkörper im Führerstand jedes Mal direkt unten am Gerät ausgeschaltet. "Der Maschinist hat mich jedes Mal gefragt, ob ich ihn abgedreht habe, sonst wäre er ja die ganze Nacht durchgelaufen. " Während der Fahrt sei der Heizlüfter nicht gelaufen, in der Station habe er sich automatisch wieder eingeschaltet. Dass der Betrieb der Heizlüfter übers Netz in den Stationen gespeist wurde, bestätigte auch ein 39-jähriger Seilbahntechniker der Firma Siemens, der den Aufbau der neuen Wagenanlage 1994 in Kaprun überwachte. Elektrotechnisch gebe es keinen Unterschied, wenn der Heizkörper nicht am Pultschalter des Führerstandes, sondern am Gerät selbst ausgeschaltet werde. Auf die Frage des Verteidigers Wilfried Haslauer, ob bei ihm nicht die Alarmglocken geläutet hätten, als er das Datenblatt des Heizkörpers gesehen habe, meinte der Zeuge: "Nein, es war für uns ein unauffälliges Gerät". Kommunikationsvorrichtung Eine Kommunikationsvorrichtung zwischen Führerstand und Fahrgastraum sowie eine Videoüberwachung war zum damaligen Zeitpunkt bei Standseilbahnen nicht üblich. Das Gefahrenbild "Brand" sei auch nicht erkennbar gewesen, erklärte der Seilbahntechniker. Im Jänner 1999 hatte die GBK bei der Versicherungsanstalt der österreichischen Eisenbahnen eine kostenlose Präventionsbetreuung von Sicherheitsfachkräften beantragt. Warum die Begehung erst im Dezember 2000, also nach dem Unglück stattfand, wollte Staatsanwältin Eva Danninger-Soriat von einem Juristen der Versicherung, der bisher noch nicht einvernommen worden war, wissen. Der Zeuge: "Es gab organisatorische Probleme, um Sicherheitsfachkräfte zu rekrutieren". Die GBK nehme keine Schuld an dieser Verzögerung. Er kenne auch Unternehmen, welche die Evaluierung selbst durchführten. Seines Wissens nach müsste es sich bei einer Evaluierung des Arbeitsplatzes nach dem Arbeitnehmerschutzgesetz nur um geeignete Fachkräfte handeln, "ich kann aber nicht beurteilen, ob das ausreichend ist", erklärte der Wiener Jurist. (APA)