Wien - Sozialminister Herbert Haupt (F) zeigte sich Donnerstag Abend in der "ZiB 2" über die Entscheidung des Überleitungsausschusses, dem Sondervertrag des stellvertretenden PVA-Generaldirektors Reinhart Gaugg (F) nicht zuzustimmen, empört und sprach von "Mobbing". Es gebe einen Beschluss, dass Gaugg diesen Sondervertrag bekomme, und dieser Beschluss sei umzusetzen, so Haupt.Der Leiter des Überleitungsausschusses, Karl Haas, verteidigte dagegen die Ablehnung des Vertrags. Aus der gegebenen politischen Situation heraus sei es dem Gremium nicht möglich gewesen, den Vertrag zu verhandeln. "Vorstand macht sich unbeliebt Gaugg habe in einem objektiven Verfahren als erster "die Ziellinie passiert", hielt Haupt fest. Er sei klar in die Funktion gewählt worden und ebenso klar sei der Beschluss zu Gunsten eines Sondervertrags ausgefallen. Es liege nun an der Führung der Sozialversicherungsträger "ihre Beschlüsse umzusetzen". Nicht Gaugg, sondern der Vorstand und die "entsprechenden Wahlbeteiligten" würden sich nun unbeliebt machen. Schön langsam würden die Österreicher draufkommen, dass es nicht um den Vertrag gehe, sondern jemanden, der nicht dem alten System angehöre, hinauszumobben. Gehaltsforderungen "durchaus angemessen" Die Gehaltsforderungen Gauggs bezeichnete Haupt als "in dem Gefüge, das in der PVA existiert, durchaus angemessen". Die 9.900 Euro brutto lägen deutlich unter dem Gehalt des Generaldirektors, und deutlich über den Gehältern der Direktoren. Das entspreche der Hierarchie. Der Minister verteidigte auch die fünf Jahre Unkündbarkeit. Wenn ein politisches Gremium das Sagen habe und jemand eine Management-Aufgabe übernehme, brauche er Ruhe und Zeit, um seine Aufgabe zu erfüllen. Haas stellte demgegenüber klar, "dieser Vertrag, der jetzt vorliegt, ist ausschließlich der Wunsch von Herrn Gaugg". Von Generaldirektor Ewald Wetscherek (V) sei der Kontrakt lediglich zur Kenntnis genommen worden. Die Vorstellung des Überleitungsausschusses sehe so aus, dass Wetscherek mit Gaugg einen Vertrag aushandle, dessen Inhalt geringer sei als jenes, "der jetzt am Tisch liegt". (APA)