Wien - Das flaue Geschäft mit neuen Technologien wie Internet hat das Tiroler Unternehmen Feratel Media Technologies auf dem falschen Fuß erwischt. Weil der Umsatz in diesem Geschäftsfeld deutlich unter den Erwartungen geblieben ist, hat das Unternehmen die in diesem Segment zugekauften Firmen auf null abgeschrieben. Den Glauben an eine Erholung des Sektors hat Unternehmenschef Markus Schröcksnadel nicht verloren. "Die Frage ist nur, wann", sagte Schröcksnadel bei der Präsentation der Bilanzzahlen. "Belastungen vom Tisch" Diese außerplanmäßige Abschreibung im Wert von 12,5 Mio. Euro betreffe sieben Firmen, die in den Jahren 2000 und 2001 zugekauft wurden, darunter Intours, Tourist Online und Deukon. "Jetzt sind alle zukünftigen Belastungen vom Tisch, das operative Ergebnis ist davon nicht betroffen", sagte Schröcksnadel. Seit das auf Live-Wetter und Panorama-TV spezialisierte Unternehmen zu Beginn der Woche erstmals die Absicht kundtat, eine Firmenwertabschreibung vorzunehmen, stürzte der Kurs der Feratel-Aktie um rund 20 Prozent ab. Am Freitag konnte das Papier wieder leicht auf 5,40 Euro zulegen. Zum Vergleich: Ausgegeben wurde die Feratel-Aktie im Juli 2000 zu einem Kurs von 16,50 Euro. Mit zweistelligem Wachstum bei Umsatz und Gewinn will Schröcksnadel das angepatzte Anlegervertrauen wiederherstellen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 (Ende April) hat das Unternehmen mit 170 Mitarbeitern 18,2 Mio. Euro umgesetzt nach 14,8 Mio. im Jahr davor. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) vor Firmenwertabschreibungen und nicht wiederkehrenden Vorsorgen machte 977,0 (990,1) Mio. Euro aus, das Ergebnis (Ebit) nach nicht wiederkehrenden Vorsorgen war mit 14,1 Mio. Euro negativ (nach plus 1,2 Mio. Euro). "Nennenswerte Dividende" Für das laufende Geschäftsjahr 2002/03 stellt Schröcksnadel den Aktionären "eine nennenswerte Dividende" in Aussicht. Bis jetzt hat die mehrheitlich der Tiroler Unternehmerfamilie Schröcksnadel gehörende Feratel noch nie eine Gewinnausschüttung vorgenommen. Weiter expandieren will Feratel im Kernbereich Telekommunikation. 230 Wetterkameras tragen knapp 50 Prozent zum Gesamtumsatz des Unternehmens von zuletzt 18,2 Mio. Euro bei. Vor allem in Italien, Frankreich, Benelux, Skandinavien und Spanien sieht man Entwicklungspotenzial. (nic, stro, DER STANDARD, Printausgabe 20.7.2002)