Wien - Das Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) über die teilweise Anrechnung der Familienbeihilfe auf die Unterhaltspflicht dürfe "nicht zu Lasten der Kinder ausgelegt werden", meinte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer - und forderte "unverzüglich" eine Änderung des Einkommensteuergesetzes. "Hier ist der Staat gefordert", die Regierung müsse dafür sorgen, dass die Begünstigung wohlhabender geschiedener Väter nicht den Kindern abgezogen wird, meinte Prammer am Donnerstag in einer Aussendung.Verbot der Anrechnung der Familienbeihilfe auf den Unterhalt aufgehoben Der VfGH hat mit seinem Erkenntnis nun - nach einer grundsätzlichen Festlegung im Vorjahr - auch im Gesetzestext das Verbot der Anrechnung der Familienbeihilfe auf den Unterhalt aufgehoben. Damit wird getrennt von den Kindern lebenden Unterhaltspflichtigen ermöglicht, ihre Zahlungen um einen Teil der Familienbeihilfe zu kürzen - und zwar so weit, dass die Hälfte ihres Einkommens steuerfrei ist. NutznießerInnen dieser Regelung werden besser Verdienende sein, bei geringeren Einkommen ist die "Hälfte steuerfrei"-Vorgabe durch den Unterhaltsabsetzbetrag gedeckt. "Wenn die Regierung nun untätig bleibt, ist ihre angebliche Kinderfreundlichkeit, die sie in Sonntagreden immer wieder beteuert, endgültig Schimäre", stellte Prammer fest. (APA)