Gräfelfing - Der häufige Konsum von geräucherten Fleisch- und Wurstwaren im Kindesalter erhöht möglicherweise das Risiko für Multiple Sklerose (MS). Wie die "Ärztliche Praxis" unter Berufung auf einen Kongress der European Neurological Society berichtete, stellte eine Studie einen Zusammenhang zwischen MS auf der einen Seite und dem Genuss heiß und kalt geräucherter Wurst sowie kalt geräuchertem Fleisch auf der anderen Seite her. Dies stütze die Vermutung, dass Phenole aus dem Rauch sowie Nitrate und Nitrite mit dem Entstehen so genannter Nitrophenole verknüpft seien, erklärten die Experten. Nitrophenole stehen wiederum im Verdacht, Autoimmunerkrankungen mit zu verursachen. Bei Multipler Sklerose greifen körpereigene Abwehrkräfte die Umhüllung der Nervenfortsätze im Gehirn und Rückenmark an und lösen Entzündungen aus. Meist in Schüben kommt es zu Bewegungsstörungen, Lähmungen, Sehschwächen und Depressionen. Eine Heilung der chronischen Krankheit, an der in Deutschland rund 120.000 Menschen leiden, gibt es bis jetzt noch nicht, wohl aber Medikamente, die den Verlauf verzögern und die Beschwerden mildern. (APA/AP)