Wien - Der Generali-Versicherungskonzern setzt in Mittel- und Osteuropa nun massiv auf den Vertriebsausbau, wobei auch die Banken eine stärkere Rolle als bisher spielen sollen. Bis zum Jahr 2005 soll der Prämienanteil in der Region rund 30 Prozent des Gesamtaufkommens der österreichischen Generali-Gruppe erreichen, sagte Generali Holding Vienna-Auslandsvorstand Werner Moertel. Derzeit sind es - nach dem Erwerb der Ost-Aktivitäten der Schweizer Zurich-Gruppe - etwas mehr als 20 Prozent. Im italienischen Generali-Konzern liegt Mittel- und Osteuropa im Verantwortungsbereich der Österreich-Tochter. Der Bankenvertriebsanteil der Generali liegt in den Mittel- und Osteuropäischen Ländern (MOEL) derzeit unter 5 Prozent, allerdings spielt diese Vertriebsschiene in den MOEL-Ländern derzeit generell noch eine deutlich geringere Rolle als in Westeuropa. Mittelfristig hält Moertel einen Anteil der Banken am Gesamtvertrieb von 10 bis 15 Prozent für erstrebenswert. Wechselseitige Kapitalbeteiligungen seien für die Vertriebskooperationen nicht notwendig. Nicht ausgeschlossen sind aber Bankengründungen in Mittel- und Osteuropa nach dem Vorbild von Spanien und Österreich, die im Konzern außerhalb Italiens als Pilotprojekte für eigene Kreditinstitute gelten. Offen für Expansionen In Polen soll die bestehende Bankverbindung mit der zur Commerzbank gehörenden Bre Bank weiter ausgebaut werden. In Tschechien wird die Generali in Hinkunft mit GE Capital eine Vertriebskooperation aufbauen. Mit der slowakischen VUB Bank läuft die Zusammenarbeit seit Mai dieses Jahres. Im Vormonat wurden bereits 1.000 Verträge über diese Vertriebsschiene verkauft. In Ungarn wurde eine Vereinbarung mit der Banca Intesa-Tochter CIB getroffen. Historische Beziehungen gibt es auch zwischen Generali und Postabank. In Slowenien sollen im Sommer neue Gespräche über einen Bankvertriebspartner aufgenommen werden. Derzeit besteht eine Verbindung mit der von der Societe Generale übernommenen SKB Banka. In Rumänien gebe es derzeit Kontakte mit zwei Kreditinstituten. Für weitere Expansionen und Akquisitionen in der Region ist die Generali weiterhin offen. "Okkasionen und Möglichkeiten" für Zukäufe wolle man nützen. Auch die Übernahme von Beständen bestehender Versicherungen, etwa in der Kfz- oder Industrieversicherung, sei eine Option. Konzentration auf kroatischen Mark Zunächst konzentriert sich die Generali auf den kroatischen Markt, wo sie mit einer "greenfield operation" startet. Die Lizenz für die neue Versicherung wird für die kommenden Tage erwartet. In Serbien laufen derzeit Marktuntersuchungen, Akquisitionen sind laut Moertel denkbar. Verkürzen will Moertel, der seit etwas mehr als einem Jahr in der Generali Holding Vienna für Mittel- und Osteuropa zuständig ist, auch die Pay-Back-Periode. Spätestens 2005 sollen die Gesellschaften mit Ausnahme Kroatiens den Break-Even erreicht haben. Als eine der großen Aufgaben des heurigen Jahres bezeichnete Moertel die Harmonisierung der Produkte. Damit ließen sich über EDV-Vereinheitlichungen Kosten einsparen.(APA)