Berlin - Der bisherige Chefregisseur der Komischen Oper, Harry Kupfer, ist zu seinem Abschied am Donnerstagabend in Berlin stürmisch gefeiert worden. Mit Bravorufen und langem Applaus zollte das Publikum dem 66-jährigen Künstler seinen Respekt. Im Anschluss an die Verdi-Oper "La Traviata" zeichnete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Regisseur mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern aus. Die Komische verlieh ihm und seiner Frau die Ehrenmitgliedschaft. Kupfer, der 21 Jahre die Komische Oper leitete, will in Zukunft als freier Regisseur arbeiten. Würdigende Worte Der Intendant der Komischen Oper, Albert Kost, sagte bei der Verabschiedung: "Die Komische Oper Berlin mit allen Mitarbeitern auf und hinter der Bühne, auch ich persönlich, verdanken Harry Kupfer unbeschreiblich viel, in künstlerischer wie menschlicher Hinsicht. Die Stadt Berlin mit ihrem Reichtum an Opernleben wäre ohne seine Inszenierungen um vieles ärmer, seine Arbeit an der Komischen Oper hat international Maßstäbe gesetzt." Kupfer war 1981 von der Staatsoper Dresden an die von Walter Felsenstein begründete und geprägte Komische Oper gewechselt. Seit seinem westdeutschen Debüt in Bayreuth 1978 zählt er mit einer mehr als 140 Arbeiten umfassenden Werkliste, darunter auch Richard Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" in Bayreuth und Berlin, zu Europas erfolgreichsten Opernregisseuren. Sein Nachfolger an der Komischen Oper wird der 42-jährige Andreas Homoki. (APA/dpa)