San Jose/Wien - Der internationale PC-Markt ist nach einem Nullwachstum zu Jahresbeginn im zweiten Quartal 2002 wieder zurückgegangen. Dies geht aus vorläufigen Zahlen der Marktforschung Gartner Dataquest hervor, die am Freitag veröffentlicht wurden. Insgesamt wurden demnach von April bis Juni dieses Jahres weltweit 29,9 Millionen PC ausgeliefert, um 0,6 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Hoffnungen auf Erholung aus dem ersten Quartal haben sich somit nicht bestätigt, bilanzierte Gartner am Freitag in einer Presseinfo.Dell holt auf Am stärksten traf die aktuelle PC-Flaute den nach der Akquisition von Compaq mit 15,5 Prozent Marktanteil weltweit größten PC-Produzenten Hewlett-Packard (HP). Die PC-Auslieferungen von HP sind im zweiten Quartal um mehr als 16 Prozent zurückgegangen. Der Branchenzweite Dell legte hingegen mit einem Absatzplus von 13,1 Prozent erneut kräftig zu und liegt mit einem Marktanteil von 14,9 Prozent schon nahezu gleichauf mit HP-Compaq. Am stärksten zulegen konnte mit plus 23,7 Prozent im PC-Absatz der Unterhaltungselektronikkonzern Sony. Andere namhafte Produzenten wie IBM (minus 8,6 Prozent) oder NEC (minus 9 Prozent) mussten hingegen weitere Verluste hinnehmen. Aufschwung erst wieder im vierten Quartal Einen Aufschwung am internationalen Markt prognostiziert die Marktforschung erst wieder im vierten Quartal dieses Jahres. Für das Gesamtjahr 2002 erwartet Gartner Dataquest-Vizepräsident Charles Smulders einen weltweiten Rückgang um 2 bis 4 Prozent. Besonders stark schrumpfte mit minus 12 Prozent im zweiten Jahresdrittel der japanische Markt, der US-PC-Absatz sank um 0,6 Prozent. In Westeuropa, Afrika und dem Nahen Osten betrug der Rückgang 0,3 Prozent. Westeuropas PC-Markt schrumpfte dabei im zweiten Quartal 2002 zum fünften Mal in Folge - Trend weiter rückläufig. Die "vollständige Erholung" in Westeuropa wird erst im zweiten Halbjahr 2003 erwartet. Der Markt werde vor allem durch einen weiteren Nachfragerückgang im Geschäftskundenbereich bestimmt. Investitionen würden weiter aufgeschoben, so Gartner weiter. (APA)