Bild nicht mehr verfügbar.

Vor und hinter den TV-Produktions- Kulissen kommen Angehörige von Minderheiten in den USA zu kurz.

Foto: REUTERS/Daniel Aguilar
Los Angeles - Latinos, Asiaten und amerikanische Ureinwohner kommen im US-Fernsehen zu kurz, kritisiert eine Koalition von Minderheitenorganisationen die vier großen landesweiten TV-Stationen NBC, CBS, Fox und ABC. Am Bildschirm seien diese drei Bevölkerungsgruppen kaum in tragenden Rollen zu sehen. Auch hinter den Kulissen gäbe es kaum Angehörige dieser Minderheiten als Drehbuchautoren oder Produktionsverantwortliche, berichtet die New York Times. Die Koalition räumt jedoch Fortschritte bei der Gruppe der Afro-Amerikaner ein. Wie schon im vergangen Jahr hat die älteste US-Bürgerrechtsgruppe, die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP), an diesem Bericht nicht teilgenommen. Ein eigener Bericht wird laut NYT noch folgen. Die NAACP ist der eigentliche Initiator der erstmals 1999 gestarteten Kampagne für mehr ethnische Vielfalt im Fernsehen. Sie ist auch Teil der Koalition. Der Bericht über die Vertretung von Latinos, Asiaten und Indianern wird aber von den drei Organisationen National Latino Media Council, Asian Pacific Americans Media Council sowie American Indians in Film & Television getragen. Sie kritisieren u.a., dass in den 26 für den Herbst angekündigten neuen TV-Serien keine einzige tragende Rolle mit einem Vertreter der jeweiligen Minderheit besetzt ist. Die vier TV-Sender werden nach dem fünfstufigen US-Schulnotensystem bewertet: Fox bekommt mit einem C die beste Note. ABC bekommt ein C- (im Vorjahr letzter Platz), NBC ein D+ (Vorjahresbester mit C). Buhmann der Koalition ist diesmal CBS mit einem D-. In Medienkreisen sieht man den Einfluss der Koalition im sinken. Die durchaus vorhandene Macht der Koalition werde durch die Konzentration auf die eigenen Anliegen der verschiedenen Organisationen geschmälert, berichtet die LA Times. Entscheidender Grund für den schwindenden Einfluss der Koalition sei demnach die Zurückhaltung des einflussreichsten Mitglieds, der NAACP, und dessen Vorsitzenden Kweisi Mfume. Die NAACP sei die treibende Kraft der Koalition gewesen. (pte)