... man hat ja schon Schweine fliegen sehen, aber manches verblüfft einen dann doch. Etwa die Kombination aus Konzeptalbum (groß in späten 60ern und frühen 70ern, verpönt ab Punk und später dann immer wieder mal auftauchend - etwa in Ben Folds Fives fiktiver "Unauthorized Biography of Reinhold Messner") ... und Hardcore, dem US-Nachfolger des Punkrock in den späten 80er Jahren.Die Hardcore-Szene blüht und gedeiht weiterhin, wenn auch seit den großen Tagen von Fugazi und Shudder to Think wieder eher als abgeschottete Parallelwelt zum Rest der Musikszenen. Und in dieser speziellen Szene nehmen sich "Coheed and Cambria" ziemlich alienhaft aus: Benannt haben sie sich nach zwei selbsterfundenen Figuren namens Coheed und Cambria, die nun schon zwei CDs lang durch eine metaphorische Science Fiction-artige Welt stolpern und dabei allerlei (Gefühls-)Abenteuer erleben. Musikalisch bewegt sich die Band von Mastermind Claudio Sanchez im - wir erinnern wieder an Shudder to Think - Bereich des "Emo-Core": also jener Spielart des Hardcore, die ein wenig von der zugrunde liegenden Härte und Aggression zu Gunsten von Melodien zurück nimmt, mitsingbarer und "weicher" ist. Die Bandbreite der Songs reicht von straight temporockend ("Devil in Jersey City"), an Metal anklingend ("Everything Evil") bis zu ruhigeren Passagen wie im Titeltrack; die obligatorischen Breaks und Tempowechsel fehlen natürlich auch nicht. Nicht zu vergessen: die 14-minütige Mini-Oper "God Send Conspirator", in die Coheed and Cambria soundmäßig so ziemlich alles reingepackt haben. - Parallelwelt hin oder her: zumindest die einfacher gestrickten Songs sind auch College Radio-kompatibel. (red)