Das Management des US-Softwareriesen Microsoft bleibt auch nach den zurück genommenen Prognosen für das soeben angelaufene Geschäftsjahr 2002/03 (per Ende Juni) optimistisch. Finanzchef John Connors sagte bei einer Telefonkonferenz nach Bekanntgabe der Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr, Microsoft sei zu Jahresbeginn an verschiedenen Fronten sehr gut aufgestellt. Er gehe davon aus, dass sich die Marktbedingungen im Laufe des Jahres leicht verbessern werden.5.000 neue Jobs Nach Angaben von Connors will Microsoft nun 5.000 neue Beschäftigte einstellen. Die Zahl der Mitarbeiter liegt derzeit bei etwa 50.000. Vor allem in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Verkauf will Microsoft neues Personal aufnehmen. Gegen den Trend Im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres 2001/02 konnte Microsoft dem negativen Branchentrend trotzen. Zwar blieb der Gewinn mit 1,53 Mrd. Dollar oder 28 Cent pro Aktie gegenüber 65 Mill. Dollar im Vorjahreszeitraum hinter den Analystenerwartungen zurück. Diese hatten einen Gewinn von 42 Cent pro Aktie erwartet. Die Zukunftsaussichten des Unternehmens wurden aber positiv bewertet. Wie aus der am späten Donnerstagabend veröffentlichten Quartalsbilanz hervorgeht, erwirtschaftete das Unternehmen im abgelaufenen Quartal einen Umsatz von 7,25 Mrd. Dollar. Dies entspricht einem Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Gewinn für das abgelaufene Geschäftsjahr 2001/02 liegt bei 7,83 Mrd. Dollar, nach 7,35 Mrd. Dollar im Jahr davor. Der Umsatz konnte um 12 Prozent auf 28,4 Mrd. Dollar gesteigert werden. Ein relatives gutes Geschäftsjahr Besonders groß war nach Angaben Connors im abgelaufenen Geschäftsjahr die Nachfrage nach dem neuen Windows XP Betriebssystem und nach anderer Desktop-Software. Trotz der gesunkenen Investitionsneigung von Unternehmen habe Microsoft seinen Absatz bei Firmenkunden verbessert. Von der neuen Microsoft-Spielkonsole XBox wurden den Angaben zufolge 3,9 Millionen im Fiskaljahr abgesetzt. Microsoft habe relativ gesehen ein gutes Geschäftsjahr hinter sich gebracht, sagte Connors. "Und langfristig machen wir das Richtige." Der Software-Konzern erwartet nun für 2002/03 ein Ergebnis je Aktie von 1,85 bis 1,91 Dollar (1,90 Euro), nachdem er zuvor von 1,89 bis 1,92 Dollar ausgegangen war. Der Umsatz wird nun zwischen 31,4 und 32,0 Mrd. Dollar gesehen, nach zuvor 31,3 bis 32,4 Mrd. Dollar. Analyst David Readerman von Thomas Weisel Partners sagte, die Zahlen und die Prognose von Microsoft seien angesichts des schwachen Marktumfelds sehr gut. "Das Unternehmen spielt in einer eigenen Liga."(APA/vwd/AP)