Washington - Spanien und Marokko haben sich nach US-Angaben im Streit um die winzige Mittelmeerinsel Perejil geeinigt. Die Einigung sei aufgrund der Vermittlung Washingtons zustande gekommen, teilte US-Außenminister Colin Powell am Samstag mit. Dies wurde nach Medienberichten auch von der spanischen Regierung bestätigt. Eine spanische Militäreinheit hatte Mittwoch früh die Insel vor der marokkanischen Küste gestürmt und die sechs dort stationierten Soldaten vertrieben.Rückkehr zu Zustand vor Besetzung Wie das US-Außenministerium mitteilte, wollen beide Länder wieder zu dem Zustand zurückkehren, wie er vor der Besetzung der Insel durch Marokko herrschte. "Wir glauben, dass das im Interesse beider Länder ist und eine Grundlage für die Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen seien kann", erklärte Außenminister Colin Powell. Die USA begrüßten die Einigung, die beide nach Konsultationen mit den USA erzielten. Vertreter Marokkos oder Spaniens äußerten sich zunächst nicht. Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar wollte die Auseinandersetzung noch vor dem Treffen der EU-Außenminister am Montag in Brüssel gelöst haben, wie spanische Zeitungen berichteten. Marokko hatte am Freitag zugesagt, es werde keinen Versuch unternehmen, nach einem spanischen Truppenabzug die Insel vor der Nordküste Afrikas wieder zu besetzen. Verhandlungen werde es aber erst nach einem Rückzug Spaniens geben. Status unklar Am vergangenen Donnerstag hatte ein kleiner marokkanischer Armeetrupp die Insel besetzt. Der Status von Perejil ("Petersilie") ist seit dem Ende der Kolonialherrschaft unklar. Offiziell gehört die Insel zu keiner spanischen Verwaltungseinheit. Marokko rechnet Perejil zu seinem Territorium, da die Insel in seinem Hoheitsgewässer liegt. (APA/Reuters)