Wien - Stehen in privaten Haushalten Neubau, Umzug oder Renovierung an, ergreifen in Österreich zunehmend die Frauen die Initiative. 60 Prozent der Frauen betätigen sich regelmäßig als Heimwerkerinnen. Eine KäuferInnenanalyse in der Baustoffhandelsgruppe Bauprofi Quester ergab, dass bereits die Hälfte aller KundInnen im Baumarkt Käuferinnen sind, und "Frauen wollen nicht nur über Techniken und Materialien Bescheid wissen", sagt Gabriela Semler-Quester. Neben der Kaufentscheidung stehe auch die eigene Kompetenz für den Umgang mit Professionisten im Vordergrund. "Die Bauleitung im privaten Bereich liegt mehrheitlich in Frauenhand", weiß Semler-Quester.Rund tausend Frauen bei Workshops BauProfi Quester hat 2001 mit Frauen-Workshops begonnen. Umfragen zufolge hat jede zweite Österreicherin Interesse an einer Heimwerkerausbildung, obwohl Bauen, Renovieren und Sanieren in der Öffentlichkeit weiterhin als Männerdomäne gälten. Am 18. Juli startete das Projekt ins zweite Jahr. Bisher nahmen rund tausend Frauen an den Gratis-Heimwerkerinnen-Kursen teil. Materialien auswählen, Fliesen legen oder HandwerkerInnen überwachen: die Verantwortung dafür liege schon mehrheitlich in Frauenhand, sagt Semler-Quester. Die gesellschaftlichen Veränderungen und das steigende Selbstbewusstein der Frauen hätten die Welt des Bauens und Wohnens zumindest im privaten Bereich voll erfasst. Besonders interessiert seien Frauen an Kenntnissen beim Fliesenverlegen, Tapezieren und sonstiger kreativer Wandgestaltung, an Montagefertigkeiten sowie an "allem rund ums Holz". Das seien auch die zentralen Inhalte der Seminare im zweiten Frauenpower-Jahr. Mit 29 Standorten, einer Gesamtverkaufsfläche von über 30.000 Quadratmetern und rund 1.050 MitarbeiterInnen setzte Quester zuletzt 319,8 Mill. Euro um und ist Marktführer unter Österreichs Baustoffhändlern. (APA)