Potsdam/Berlin - Die Schauspielerin Tilly Lauenstein ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am 8. Mai im Alter von 85 Jahren in Potsdam gestorben. Ihr Sohn, Detlef Lauenstein, bestätigte am Freitag einen Vorabbericht der "Welt" (Samstag-Ausgabe). Lauenstein lieh unter anderen Ingrid Bergman und Katharine Hepburn als Synchronsprecherin ihre Stimme. Neben Theater- und Film-Engagements spielte sie zudem in vielen Fernsehproduktionen wie "Forellenhof" und "Hagenbecks".Vita Die am 28. 7. 1916 in Bad Homburg geborene Lauenstein debütierte in Stuttgart und stand danach immer wieder in Berlin auf der Bühne. Nach Kriegsende erhielt sie dort als erste große Aufgabe die Rolle der Marie in Georg Büchners "Woyzeck" unter Wolfgang Langhoff am Deutschen Theater. Unter Boleslav Barlog gehört sie elf Jahre zum Ensemble des Schiller-Theaters. Sie gab die Cassandra in Jean Giraudoux' "Der trojanische Krieg findet nicht statt", war die Königin Eleonore in Friedrich Dürrenmatts "König Johann", spielte Bernhard Shaw und Albert Camus. Ihr Lieblingsstück war Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?". Regisseur Arthur Maria Rabenalt entdeckte das Gesicht mit dem "breiten Mund und den etwas schräg gestellten Augen" für den Nachkriegsfilm. Streifen wie "Chemie und Liebe" und "Das Mädchen Christine" entstanden noch bei der ostdeutschen Defa. In den fünfziger Jahren folgten eine Reihe Besetzungen in Wolfgang-Staudte-Filmen. Anfang der sechziger Jahre spielte sie neben Lili Palmer und Charles Boyer in "Julia, du bist zauberhaft" (Regie: Alfred Weidenmann). Xaver Schwarzenberger holte sie für "Otto - Der Film" (1985). (APA)