Oswald Oberhuber stapelt weiß bekleckerte Pappendeckel übereinander und nennt es "Berg der Dichter". Ordentlich konkret hingegen die großformatigen Fotografien dramatischer Hochgebirgslandschaften der Margherita Spiluttini. Eine Freude fürs Auge die pastellfarbenen Wachsdrucke Andreas Dworaks aus der Reihe "Das Leben in den Alpen". Es fällt auf: 1. Berge; 2. Keine Berge. 3. Österreicher. Zu 1: Die Ausstellung "MediumBerge. Das Mallory Projekt." findet nur halb zufällig im UNO-Jahr der Berge statt, das Projekt wird schon seit Jahrzehnten geplant und stets wieder verschoben. Benannt ist die Ausstellung nach George Mallory, jenem kunstsinnigen Bergsteiger, der 1924 am Mount Everest verschwand und 1999 als Eisskulptur wieder auftauchte. Zu 2: Die Werke sind Darstellung von Bergerlebnissen, von Bergereignissen, nicht von Bergen an sich. Zu 3: Die meisten der 23 Künstler sind Österreicher. Denn es gebe, so Kurator Oscar Sandner, in der Gesellschaft eine Ausländerfeindlichkeit, in der Kultur aber eine Inländerfeindlichkeit. Diese sei ungerechtfertigt und müsse überwunden werden. (mh/DER STANDARD, Printausgabe, 22.7.2002)