Christie's London hatte in seiner Auktion alter Meister eine - auch in Wien präsentierte - Rarität zu bieten, im Vergleich zum Rubens-Ergebnis marginal, aber trotzdem erste Qualität. Die kleine bemalte Holztafel von Breughel, und zwar dem Pieter Breughel I (siehe Abbildung, Foto: Christie's) war entdeckt worden, eine der letzten Arbeiten des Meisters, die noch nicht in einem Museum landete (sofern nicht wieder etwas entdeckt wird). Ihren Heimathafen fand die Dokumentation von Justiz der frühen Neuzeit (eigentlich eine hintersinnige Lust-Allegorie - ein Trunkenbold wird unsanft in die Schweinestall gestoßen) bei einem anonymen Bieter.

Der Preis schnellte nicht über den Schätzwert, sondern lag genau im Angepeilten, nämlich bei 3,306 Millionen Pfund. Bei den Top 10 hoch über die Schätzung kletterte Passanos Stillleben (1,6 Mio. Pfund statt der erwarteten 300.000-500.000), das sich der US-Handel sicherte. Insgesamt kam Christie's bei der Auktion, bei der viele Privatleute mitboten, auf 12,2 Millionen Pfund, wertmäßig 74 Prozent.

Sotheby's bilanzierte mit dem vergleichbaren "Part One" naturgemäß höher, mit 67,6 Mio. Pfund, wertmäßig 79 Prozent. Etwas fraglich bleibt, warum der zugegeben motivisch nicht gerade freundliche Rubens laut Mitbieter Alfred Bader, der im Vorfeld der Auktion Sotheby's den Kauf des Bildes um eine beträchtliche Summe angeboten hatte, so "lächerlich niedrig" taxiert wurde. (Doris Krumpl/DER STANDARD, Printausgabe vom 20./21.7.2002)