Jerusalem - Israels Oberster Gerichtshof hat am Sonntag in Jerusalem Beratungen über eine Sammelklage von Familienangehörigen mutmaßlicher palästinensischer Extremisten gegen ihre geplante Deportation aus dem Westjordanland begonnen. Nach Angaben des israelischen Rundfunks wurde die Klage von 21 verhafteten Angehörigen von zwei Palästinensern eingereicht, die von Israel als Drahtzieher zweier Terroranschläge betrachtet werden. Dabei waren in der vergangenen Woche zehn Israelis, zwei Ausländer sowie zwei Selbstmordattentäter getötet worden. Die von den israelischen Behörden geplante Deportation in den Gaza-Streifen ist völkerrechtswidrig und deswegen auf heftige internationale Kritik gestoßen. Deportationen von Teilen der Zivilbevölkerung durch eine Besatzungsmacht stellen einen gravierenden Verstoß gegen die Bestimmungen der Vierten Genfer Konvention dar. Die Kläger werden von der israelischen Menschenrechtsaktivistin Lea Zemel vertreten. Die israelische Armee hatte bereits am Donnerstag die Häuser der Familien der beiden gesuchten Extremisten bei Nablus im Westjordanland zerstört. Der israelische Generalstaatsanwalt Eliakim Rubinstein hält die Deportierung von Familienangehörigen nur dann für legal, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Familienmitglieder von den Aktivitäten ihrer Söhne oder Brüder gewusst haben und selbst an der Planung von Anschlägen beteiligt waren. Eine Kollektivstrafe wie die Verbannung und Zwangsexilierung von Familienangehörigen könne zu einer "Explosion der Gewalt" führen, warnte der palästinensische Präsidentenberater Nabil Abu Rudeina in Ramalllah. Der bewaffnete Arm der radikalen Hamas-Bewegung, "Brigaden Ezzedin el Kassam", drohte mit einer "starken und blutigen Antwort". "Wir werden explosive Botschaften überall hinschicken, wohin wir gelangen", hieß es in einer Erklärung der Brigaden. (APA/dpa)