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Interims-Chef Helmut Sihler muss das harte Sparprogramm durchziehen.

Foto: APA/DPA/Rolf Vennenbernd
Die Deutsche Telekom plant einem Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" zufolge einschneidende Maßnahmen, um die Schulden des Konzerns bis Ende 2003 auf 50 Milliarden Euro zu senken. Der Marketing-Etat solle um 400 Millionen Euro, rund ein Fünftel, schrumpfen, außerdem sollten Investitionen kräftig gekürzt und Vermögenswerte schneller verkauft werden, berichtete "Focus" am Samstag vorab. "Wir stellen fast alles auf den Prüfstand", zitierte das Magazin einen "Konzernstrategen". Das gesamte Sanierungsprogramm wolle Interims-Vorstandschef Helmut Sihler mit den Halbjahreszahlen am 21. August bekannt geben, hieß es in dem Bericht weiter. Kostensenkungsprogramm Zuvor hatte es bei der Telekom geheißen, die IT-Sparte T-Systems wolle ein bereits unter dem ehemaligen Vorstandschef Ron Sommer gestartetes Kostensenkungsprogramm vorantreiben. Danach sollen die Kosten in der Sparte um mehr als 500 Million Euro bis zum Ende des dritten Quartals des kommenden Jahres verringert werden. Damit trage die Tochter zum Abbau der insgesamt rund 67 Milliarden Schulden des Konzerns bei. Falsche Telefonrechnungen Im Zusammenhang mit falschen Telefonrechnungen der Deutschen Telekom droht dem neuen stellvertretenden Konzernchef Gerd Tenzer nach einem Zeitungsbericht außerdem eine Strafanzeige. Wie der Geschäftsführer der Telefonkunden-Gemeinschaft "Communitel", Bernd Stötzel, der "Welt am Sonntag" sagte, entdeckte seine Firma bei der Untersuchung von 100 Millionen Datensätzen aus den Jahren 1999 bis 2001 Rechnungsfehler zu Lasten von Telekom-Kunden "in Höhe von 'zig Millionen Mark". Die Telekom, insbesondere deren Vorstandsmitglieder, wüssten "nachweislich seit Jahren über die aufgezeigten Rechnungsfehler sowie interne Papiere Bescheid". Sollte Tenzer bis kommenden Donnerstag nichts unternehmen und keine Gespräche mit Communitel suchen, werde Strafanzeige gegen ihn und andere Verantwortliche gestellt werden, sagte Stötzel weiter. Nach Stötzels Angaben hat Communitel mit zahlreichen Hotelketten, Verbänden, Krankenhäusern und anderen Unternehmen bei der Telekom als Einkaufsgemeinschaft für insgesamt 15.000 Telefonanschlüsse Sonderpreise vertraglich auf Dauer vereinbart. Als Service für die Kunden würden die Rechnungen überprüft. Dabei seien "seitenweise" Einzelgespräche ohne Datum, Uhrzeit und Zielnummer mit einer Dauer von 0 Sekunden mit bis zu 1311,85 Mark (670,74 Euro) in Rechnung gestellt worden. Kurzgespräche etwa über 31 Sekunden von Bonn nach Aachen seien mit 25 Mark verbucht worden.(APA/Reuters/AFP)