Hamburg/Berlin - Ebenso wie der entlassene deutsche Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hat auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir finanzielle Kontakte zu dem umstrittenen PR-Berater Moritz Hunzinger. Özdemir hat einen Kredit von Hunzinger bekommen. Nach einem Bericht von "Spiegel TV" begleicht Özdemir das Darlehen über umgerechnet 35.000 Euro nach eigenen Angaben in monatlichen Raten von rund 750 Euro. Eine Sprecherin der Grünen-Fraktion bestätigte den Bericht am Samstag grundsätzlich, allerdings ohne Einzelheiten zu nennen. Mit dem Darlehen habe Özdemir 1997 eine Steuernachforderung beglichen, sagte die Sprecherin. Er habe damals dringend Geld gebraucht, sagte Özdemir im "Spiegel TV". Der Tipp, sich einen Kredit bei Hunzinger zu besorgen, sei von Parlamentskollegen auch anderer Fraktionen gekommen. Bezahlt würden "marktübliche Zinsen". Verpflichtungen gegenüber Hunzinger sei er nicht eingegangen, versicherte Özdemir: "Ich habe dadurch keine Vorteile, keinerlei Beratungstätigkeit oder sonst was durch das Unternehmen in Anspruch genommen." Zwei Podiumsdiskussionen Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion war laut "Spiegel-TV" in diesem Jahr zwei Mal Teilnehmer bei Podiumsdiskussionen der Hunzinger AG. Nach den Medienberichten über Honorarzahlungen von Hunzinger an Scharping kündigt Özdemir an, er werde das Darlehen sofort ablösen. Scharping hatte zugegeben, von der PR-Beratung Hunzinger 1998 einen Betrag von 80.000 Mark (40.903 Euro) und im folgenden Jahr weitere 60.000 Mark erhalten zu haben. Die 80.000 Mark bezeichnete er als Voraushonorar für eine spätere Veröffentlichung seiner Memoiren, die 60.000 Mark als Honorar für drei Vorträge in den Jahren 1996 bis 1998. (APA/dpa)