Madrid/Wien - Der Insel-Streit zwischen Spanien und Marokko hat auch seine groteske Seiten. Am Samstag stellte die links-liberale Tageszeitung "El Pais" nicht ohne Spott fest, dass die "Isla del Perejil" im von der Armee selbst herausgegebenen Karten nicht dem spanischen Territorium zugerechnet werden. Konkret bezog sich das Blatt auf die offiziellen Karten des "Servicio Geografico del Ejercito" aus den Jahren 1988 und 1994. Der spanische Name "Perejil" werde dabei gar nicht erwähnt, schrieb "El Pais". Zudem sei keinerlei Grenzmarkierung eingezeichnet, derzufolge die in marokkanischen Hoheitsgewässern liegende Insel als spanisches Territorium zu betrachten ist. Die Karten sind laut der Zeitung zum Teil noch immer in Verwendung. Auch der von der damaligen sozialistischen Regierung (PSOE) im Jahr 1986 in Auftrag gegebene offizielle "Atlas Nacional de Espana" rechnet die Petersilien-Insel von der graphischen Gestaltung her Marokko zu. Erst in der Edition von 1998 zeigen drei Kreuze und der Vermerk Esp. (für Espana) an, dass das Eiland von Spanien beansprucht wird. Der Streit um die unbewohnte Felseninsel vor Marokkos Küste war vor einer Woche entbrannt, als marokkanische Soldaten darauf gelandet waren. Am Mittwoch vertrieben spanische Soldaten das kleine marokkanische Kommando. (APA)