Athen - Die griechische Polizei hat zwei weitere Mitglieder der linksextremen Untergrundorganisation 17. November gefasst. Die beiden Männer seien am Samstag außerhalb von Athen verhaftet und per Hubschrauber zum Verhör nach Athen gebracht worden, hieß es in Polizeikreisen. Zuvor war der Polizei am Mittwoch auf der kleinen Ägäis-Insel Lipsi ein entscheidender Schlag gegen die Gruppe gelungen, der 23 Morde und 50 weitere Anschläge seit 1975 zur Last gelegt werden. Gefasst worden war der 58-jährige Mathematikprofessor Alexandros Giotopoulos als mutmaßlicher Anführer der 1973 gegründeten Organisation. Er sitzt seitdem mit fünf anderen Verdächtigen in Untersuchungshaft. Die Gruppe benannte sich nach dem Jahrestag einer Studentenrevolte gegen die vor 30 Jahren in Athen regierenden Militärs. Festgenommener gesteht fünf Morde Nach Angaben der Polizei gestand von den am Samstag Festgenommenen der 47 Jahre alte Vassilios Tzortzatos fünf Morde an Politikern und Industriellen, der 59-jährige Theologos Psaradelis habe einen Banküberfall zugegeben. Einschließlich Giotopoulos waren in den vergangenen Tagen sechs mutmaßliche Mitglieder der Gruppe in Untersuchungshaft genommen worden. Außerdem werden zwei weitere Verdächtige, darunter die französische Ehefrau Giotopoulos, von der Polizei verhört. Giotopoulos wird unter anderen Mord und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Der Polizei zufolge war er der Anführer der Gruppe. Von ihm seien Fingerabdrücke in Wohnungen der Gruppe gefunden worden. Im Falle einer Verurteilung droht ihm eine lebenslange Haft. Giotopoulos bestritt die Vorwürfe. Die Gruppe kam erstmals 1975 mit der Ermordung eines Vertreters des US-Geheimdienstes CIA in Athen, Richard Welsh, in die Schlagzeilen. Das letzte Opfer war im Juni 2000 der britische Militärattache Stephen Saunders. Nachdem sich die linksradikale Gruppe mehr als 25 Jahre der Polizei entziehen konnte, kamen ihr die Fahnder vor drei Wochen auf die Spur, als ein Anschlag missglückte und eine Handgranate in der Hand eines mutmaßlichen Mitglieds explodierte. Die Aussagen des Verletzten setzten die Polizei offenbar in die Lage, verschiedene Wohnungen und ein Waffenlager aufzuspüren.(APA/Reuters)