Graz/Wien - Das "Einbinden in die Verantwortung" habe die FPÖ "in vielen Bereichen verändert", erklärte ÖVP-Klubobmann Andreas Khol in einem Streitgespräch mit dem Journalisten und "Falter"- Chefredakteur Armin Thurnher. Es wurde von der Grazer "Kleinen Zeitung" veröffentlicht. Die Freiheitlichen seien sich dessen bewusst, dass sie "vom Protestpotenzial in ein anderes Schema wechseln" hätten müssen. Der "Staatsmann" Jörg Haider als Mitbegründer der schwarzblauen Koalition habe "immer wieder in entscheidenden Fragen erstaunliche Korrekturen angebracht", die "Deutschtümelei beendet und seiner Partei das Österreichsiegel gegeben", betonte Andreas Khol. Der VP- Klubchef bescheinigte dem Kärntner Landeshauptmann und früheren FP- Bundesparteiobmann, "die Kehrtwendung zur EU klar vollzogen" zu haben. "Sein (Haiders) Verhältnis zu Slowenien - ich würde ein solches Verhältnis zu Tschechien wünschen", sagte Khol, der bedauert, dass es nicht schon 1987 unter dem damaligen VP-Obmann Alois Mock zur Bildung einer VP-FP-Koalition gekommen sei. Randfigur Stadler FP-Volksanwalt Ewald Stadler, dessen Aussagen (zu Nazidiktatur und Besatzungszeit, Anm.) "nicht zu rechtfertigen sind", ist für Khol "eine Randfigur". Von "der Schlüsselrolle des Klubobmanns, wo er unsäglich viel Schaden angerichtet und zum Niedergang des Parlamentarismus in seiner Zeit wesentlich beigetragen hat", habe man ihn "zuerst nach Niederösterreich versorgt". Der freiheitliche Politiker Reinhart Gaugg ist nach Auffassung Khols für die Ausübung der Funktion des Vize-Generaldirektors der Pensionsversicherungsanstalt "mindestens so fähig wie alle seine sozialdemokratischen Vorgänger": "Keiner von denen hat die Dienstprüfung". Khol: "Gaugg ist ein Freiheitlicher, und deswegen stößt er ihnen sauer auf. Uns stoßen eben die Sozialdemokraten sauer auf." (APA)