Salzburg - Er will es nicht glauben: Der Salzburger SP-Abgeordnete Johann Maier zweifelt daran, dass in Österreich tatsächlich keine hormonverseuchten "Bioland"-Produkte verkauft wurden. Bis zuletzt gab es keine Anhaltspunkte, dass mit dem Hormon MPA belastete Tierfuttermittel auch nach Österreich geliefert worden wären. Die Situation in Österreich unterscheide sich aber nicht von der in anderen Ländern, meint Maier. Er ist davon überzeugt, dass die Kontrollen zu wenig streng sind.

Im deutschen Bundesland Brandenburg sind zwei Tonnen hormonverseuchte Futtermittel auch in sechs Reiterhöfen gelandet. Dort werden Pferde gehalten, die bei Turnieren antreten. Dabei müssen sie sich Dopingkontrollen unterziehen. Ihnen droht nun eine Sperre, sollte das Hormon festgestellt werden. Beim Landespferdesportverband Berlin-Brandenburg wurden deshalb bereits Beratungen abgehalten, ob Ausnahmen möglich sind, da es sich nicht um eine leistungssteigernde Substanz handelt.

Die geschädigten Bauern in Deutschland bereiten unterdessen Schadenersatzklagen vor. Da die verantwortliche belgische Futtermittelfirma Bioland Liquid Sugars pleite sei, solle wenn möglich die irische Pharmafirma Wyeth Medica belangt werden. Sie hatte die mit dem Hormon MPA belasteten Abfall undeklariert nach Belgien geliefert, wo er heimlich Futterstoffen beigemischt wurde. (DER STANDARD, Printausgabe, APA)