George W. Bush mag ein guter "Krieg gegen den Terror"-Präsident sein. Das Vertrauen der Anleger und Konsumenten in die amerikanische Wirtschaft aufrechterhalten oder wiederherstellen kann er offenbar nicht. Seine Reden zum Thema sind verpufft. Während er seine Gemeinplätze von sich gab, stürzte der Dow-Jones-Index weiter ab.Wenn Bush über die Notwendigkeit von "corporate governance" spricht (schlicht übersetzt: über die Notwendigkeit, Bilanzen nicht zu fälschen), hat jeder die entsprechenden Zwielichtigkeiten seiner engsten Mitarbeiter vor Augen - und seine eigenen. Bush hat vor etlichen Jahren von Insiderwissen an der Börse profitiert. Niemand in seiner Truppe ist glaubwürdig - auch der Finanzminister Paul O'Neill nicht, der sich nicht mit seinem demokratischen Vorgänger Robert Rubin (unter Bill Clinton) messen kann. Das war bisher unangenehm, jetzt wird es eine Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft und damit für die Weltwirtschaft. Denn die Psychologie spielt dabei eine entscheidende Rolle: Die Anleger vertrauen den Firmen nicht mehr, die bekommen dadurch kein frisches Kapital und die Spirale dreht sich weiter abwärts.