Gesäuse - Österreich erhält einen neuen, international anerkannten Nationalpark - den sechsten. Im Oktober wird ein Teil des steirischen Gesäuses dieses Prädikat verliehen bekommen. Als offizieller Eröffnungstermin des 12.500 Hektar großen Areals gilt der 26. Oktober, die Dekretverleihung wird im Februar 2003 stattfinden. Die Errichtung des neuen Nationalparks war nicht immer selbstverständlich, teils sogar heftig umstritten. Die Befürworter, die den Nationalpark als Schutz des Ökosystems und als Erholungsort sehen, konnten letztlich überzeugen und vorhandene Widerstände aus der Welt schaffen. Die Basiskosten für den Park teilen sich Bund und Land. Der Rest muss erwirtschaftet werden. Die Erwartungen an den Nationalpark: Es gehe darum, Kultur und Natur zu verbinden und die Landschaft "erlebbar zu machen", erklärte der steirische Naturschutzlandesrat Erich Pöltl (VP) am Montag in Graz. Die Bekanntheit und Attraktivität der Region soll für einen sanften Tourismus genutzt werden - die Verantwortlichen denken dabei an Bergsteigen oder Bergradeln. Charakteristisch für das Gesäuse sind neben einer einzigartigen Flora und Fauna unterschiedliche Waldbiotoptypen und bis 2000 Meter hohe Gipfel aus Dolomit und Kalkstein. Neben Urwäldern finden sich mehr als 40 Hektar Moore, Auwälder und Feuchtgebiete - und um sie herum 126 Vogelarten. (red/DER STANDARD, Printausgabe 23.07.2002)