Brüssel - Im Stahlstreit mit den USA hat die Europäische Union (EU) die Entscheidung über Vergeltungszölle erwartungsgemäß um zwei Monate verschoben. Die EU-Außenminister seien dem Vorschlag der EU-Kommission gefolgt, erst im September über die Anwendung grundsätzlich bereits beschlossener Vergeltungszölle gegen US-Produkte zu entscheiden, berichteten EU-Diplomaten am Rande des Außenministertreffens am Montag in Brüssel. Die USA hatten im März Schutzzölle von bis zu 30 Prozent auf bestimmte Stahlimporte verhängt. Aus der EU sind Produkte im Wert von 2,4 Mrd. Dollar (2,39 Mrd. Euro) betroffen. Die EU hatte darauf mit Klagen bei der Welthandelsorganisation (WTO) und einer Liste von Vergeltungszöllen für Produkte im Wert von 377 Mill. Euro reagiert, diese aber ausgesetzt. Bereits am Freitag hatten die EU-Botschafter den Vorschlag der Kommission unterstützt, erst Ende September über die Anwendung der Vergeltungszölle zu entscheiden. Damit soll den USA mehr Zeit für die Gewährung von Ausnahmen gegeben werden. Bisher haben die USA nach Angaben der EU-Kommission Ausnahmen für EU-Stahlprodukte im Wert von 290 Mill. Dollar gewährt. (APA/Reuters)