Innsbruck - Paukenschlag im Innsbrucker Finanzamts-Skandal: Seit Montag gibt es drei weitere Verhaftungen, damit ist die Zahl der inhaftierten Finanzbeamten bereits auf sieben angestiegen, teilte der Pressesprecher des Landesgerichts, Hannes Seiser, der APA mit. Die Beamten, denen Abgabenhinterziehung und Amtsmissbrauch vorgeworfen wird, waren neben neun weiteren Personen bereits von ihrem Dienst suspendiert worden. Die drei Finanzer seien auf Grund der Ermittlungsergebnisse nach den Hausdurchsuchungen vom vergangenen Donnerstag festgenommen worden. Damals klickten für zwei Beamte die Handschellen, am vergangenen Wochenende wurde über sie die U-Haft verhängt. Staatsanwalt Rudolf Koll schloss am Montag weitere Verhaftungen nicht aus. "Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es möglicherweise noch weitere Täter gibt", erklärte Koll gegenüber der APA. Nachforschungen laufen auf Hochtouren Die Nachforschungen laufen weiterhin auf Hochtouren, wie Koll bestätigte. Die Ermittler - neben einem Richter und einem Staatsanwalt sind auch Personen des Finanzamts sowie des Finanzministeriums mit der Causa beschäftigt - prüfen derzeit "Unmengen" von Material. Koll sprach von Akten, die "auf einem Lastwagen Platz hätten". Bei den zwölf inzwischen suspendierten Mitarbeitern des Finanzamtes handelt es sich um elf Betriebsprüfer sowie den Leiter der Betriebsprüfungsabteilung, Arno R. Sie sollen nicht nur die Buchhaltung durchgeführt, sondern sich anschließend auch selbst geprüft und so "günstigere Ergebnisse" ermöglicht haben. Darüber hinaus sollen sie Unternehmen an bestimmte Steuerberatungskanzleien vermittelt und dafür Provisionen kassiert haben. Allen diesen zwölf Personen wird somit Amtsmissbrauch und Abgabenhinterziehung vorgeworfen. Der zuständige Untersuchungsrichter sei mit den Voruntersuchungen dieser Beamten beschäftigt, erklärte Koll. Auslöser der Affäre Gegen einen der beiden Mitarbeiter, die seit dem Wochenende in U-Haft sitzen, werde zusätzlich auch wegen Korruption ermittelt. Er soll Unternehmern gegen Bezahlung eine bessere Finanzprüfung ermöglicht haben. Ausgelöst wurde die Finanzamts-Affäre durch zwei Mitarbeiter, die für den Ex-FC-Tirol-Manager Robert Hochstaffl die Bilanzlegung und anschließende Finanzprüfung durchgeführt haben sollen. Sie sitzen bereits seit Juni in U-Haft. (APA)