Graz - Das steirische Gesäuse, besser gesagt ein Teil davon, wird ab Herbst zum sechsten international anerkannten Nationalpark Österreichs. Der 15a-Vertrag mit dem Bund über die Finanzierung ist ausverhandelt, mit 1. August tritt ein entsprechendes Landesgesetz in Kraft, der Tag der offiziellen Eröffnung ist der 26. Oktober, also der kommende Nationalfeiertag. Die Aufbauphase des Nationalparks wird aber noch drei bis fünf Jahre weiter gehen. Ein lang gehegtes Projekt wird damit Realität. Denn der Weg zum steirischen Nationalpark war langwierig und steinig: Erste, schon vor 30 Jahren verfolgte - und wieder verworfene Pläne - sahen ein Naturreservat in den Niederen Tauern vor, das aktuelle Projekt im Gesäuse schrumpfte im Laufe seiner Verwirklichung und umfasst derzeit ca. 12.500 Hektar landeseigene Flächen, die überwiegend im alpinen Gelände liegen. Für die beiden Geschäftsführer des Nationalparks Robert Riemelmoser und Hans-Peter Scheb steht die sanft-touristische Nutzung im Vordergrund der 1997 begonnenen Aufbauarbeit. Bergsteigen, Bergradln und Wildwassersportarten sollen mit dem Zentrum in Gstatterboden forciert werden. Ein Base Camp im Rahmen eines Projekts "Naturerlebnis für Behinderte" wird im Frühjahr 2003, dem "Jahr der Behinderten", in Betrieb genommen. Die Basiskosten für den Nationalpark teilen sich Land und Bund: 2 Mill. Euro gibt es einmalig für Investitionen, für den Betrieb werden jährlich ebenfalls 2 Mill. Euro bereitgestellt. Den Rest muss selbst erwirtschaftet werden. Für die Zentrale der Verwaltung ist Weng vorgesehen, in Admont soll gemeinsam mit dem Stift ein Besucherzentrum geschaffen werden. (APA)