München - Die "Priesterinnen", die Ende Juni auf einem Donauschiff unerlaubt die Priesterweihe empfangen haben, demonstrierten am Montag gegen die drohende Exkommunikation. Gegen das römische Ultimatum, das inzwischen ablief, legten sie "Rekurs" ein, meldete Kathpress. Die "Priesterinnen" wollen sich jedenfalls dem Vatikan nicht fügen. In einem am Montag in München veröffentlichten Schreiben an den Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Joseph Ratzinger, legen sie "Beschwerde" gegen die von der Kongregation festgesetzte Bedenkfrist ein. Ratzinger hatte die sieben Frauen in einem am 10. Juli veröffentlichten Mahnschreiben aufgefordert, bis zum 22. Juli die Nichtigkeit ihrer Weihe anzuerkennen und um Verzeihung zu bitten "für das bei den Gläubigen verursachte Ärgernis". Andernfalls drohe ihnen die Exkommunikation. Aussetzung aller Disziplinarmaßnahmen In dem "Rekurs", den die Frauen unter Berufung auf das Kirchenrecht einbringen möchten, sehen sie in ihrem Handeln "keine Tat, die die Beugestrafe der Exkommunikation rechtfertigen würde". Sie hätten keines der mit dieser Strafe belegten Delikte begangen. Ihrer Beschwerde fügen die Frauen einen Antrag bei, im Kirchenrecht den Ausschluss der Frauen vom Priestertum zu streichen. Außerdem verlangen sie die Aussetzung aller Disziplinarmaßnahmen für weitere drei Monate, da die bis 22. Juli gesetzte Frist für eine angemessene Reaktion zu kurz sei. "Bewaffneter Ratzinger" Die beiden Sprecherinnen der "geweihten" Frauen, die Deutsche Gisela Forster und die Österreicherin Christine Mayr-Lumetzberger, präsentierten ihre Antwort an Kardinal Ratzinger am Montag bei einer "Protestaktion" vor dem Münchner Erzbischöflichen Ordinariat. Dabei stellten die Frauen Papst Johannes Paul II. und Kardinal Ratzinger auf zwei lebensgroßen Papp-Figuren dar. Dem Papst legten sie - gerichtet an einen "bewaffneten" Ratzinger - die Worte in den Mund: "Spiel' nicht Inquisition". Forster sagte dazu: "Wir setzen sehr auf den Papst, denn wir halten ihn für einen frauenfreundlichen Menschen, nicht so gewalttätig wie Ratzinger." Dialog gewünscht Gleichzeitig baten die "Priesterinnen" die Glaubenskongregation um "Belehrung" in mehreren Punkten, unter anderem über die Kriterien für "schismatisches" Verhalten. "Wir sind nicht abtrünnig geworden, sondern wir haben uns exakt nach dem römisch-katholischen Ritus weihen lassen", heißt es in dem Brief. Der weihende "Bischof" Romulo Braschi stehe in der apostolischen Sukzession, sei "gültig geweiht" und sei nie aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten oder ausgeschlossen worden, so die Argumentation der Frauen. Man könne daher nicht erkennen, wieso die Weihen "nichtig" sein sollten. Auch sei bei den Gläubigen kein "Ärgernis" entstanden. Zuletzt betonen die "Priesterinnen", dass sie keinen "Streit mit der Amtskirche" wollten und einen Dialog wünschten. (APA)