Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat seine afghanischen Leibwächter entlassen und durch US-Soldaten ersetzt. Die entlassenen Leibwächter seien zwar gut trainierte Kämpfer der Mudschahedin, als Sicherheitsbeamte aber nicht geübt, begründete ein Präsidentensprecher am Montag in Kabul die Entscheidung. In den kommenden drei bis sechs Monaten würden die US-Soldaten auch helfen, afghanische Sicherheitskräfte zu trainieren. Nach dem Mord an Vizepräsident Hadschi Abdul Kadir vor zweieinhalb Wochen sind Sicherheitsfragen erneut in den Vordergrund gerückt. Kadir war bereits das zweite ermordete Kabinettsmitglied innerhalb von fünf Monaten. Der Paschtune Karsai hatte unmittelbar nach der Niederlage der Taliban Paschtunen zu seinen Leibwächtern gemacht. Kurz darauf wechselte er die erste Leibgarde gegen Mitglieder der von Tadschiken beherrschten Nord-Allianz aus. Seitdem war der ehemalige Nord-Allianz-Kommandeur und jetzige Verteidigungsminister Mohammad Fahim, ebenfalls ein Tadschike, für die Sicherheit des Präsidenten zuständig. Fahim, der als einer der mächtigsten Männer der Regierung gilt, könnte die Entlassung der Leibgarde nach Ansicht von Krisenexperten als persönlichen Angriff werten. "Dieser Schritt wird einen Keil zwischen Karsai und Fahim treiben", sagte Aqil Schah, Mitglied einer internationalen Expertengruppe. "Aber solange die Amerikaner in Afghanistan sind, kann Fahim nichts dagegen unternehmen." Langfristig werde die Entlassung aber die Stabilität in der Regierung gefährden. (APA/dpa)