Melbourne - Das älteste Gewerbe ist eines der letzten, das an die Börse geht: In Australien verlocken seit kurzem Aktien des Bordells Daily Planet Anbieter, in das Geschäft mit der "käuflichen Liebe" einzusteigen. "Weil Sex sich immer verkauft und weil die Branche so profitabel ist, glauben wir, dass Daily Planet großartige Chancen bietet", zeigte sich Manager Andrew Harris optimistisch. Insgesamt soll der Börsengang des Daily Planet 62 Millionen Australische Dollar (rund 34 Millionen Euro) einbringen. Das Geld wird nach Angaben von Harris auch gleich wieder investiert. Unter anderem ist der Kauf von zwei Striptease Clubs geplant. Außerdem will die Firma auch in Sydney ein Bordell eröffnen. "Keine moralischen Bedenken" Für "prüde Anleger" hat Harris einen Tipp, um das "Gewissen rein zu halten". Sie sollten Daily Planet wie ein äußerst profitables Fünf-Sterne-Hotel betrachten. Schließlich zahle jeder Kunde für eine Stunde in Räumen mit so exotischen Namen wie "Venus" oder "Xanadu" eine Gebühr von 120 australischen Dollar (rund 66 Euro). Von Seiten der australischen Börse gibt es keine moralischen Bedenken gegen die die Notierung des Sex-Dienstleisters. Solange die formalen Kriterien erfüllt würden, gäbe es keine Einwände, sagte deren Sprecher. Der erste Versuch von Daily Planet an die Börse zu gehen war auf Grund von Bedenken der Investoren 1994 fehlgeschlagen. Im Bundesstaat Victoria werden Investoren im Sex-Geschäft von der Polizei kontrolliert. Deshalb wurden der Bordellbetrieb und das Hotel in eigenständige Geschäftsbereiche gegliedert. Die Anleger investieren offiziell in das Hotel und können daher nicht verfolgt werden. (APA/Reuters)