Jerusalem/Ramallah - Israel hat nach eigenen Angaben einen Teil der seit fast zwei Jahren eingefrorenen Gelder, die vertragsgemäß der palästinensischen Regierung zustehen, freigegeben. Außenminister Shimon Peres sagte am Montag in Jerusalem, Israel habe etwa 100 Millionen Schekel (20 Millionen Euro) aus Zoll- und Steuereinnahmen überwiesen. Weitere ausstehende Gelder könnten folgen, wenn die Mittel nicht "missbraucht" würden. Peres hatte am Sonntagabend Gespräche mit einer palästinensischen Regierungsdelegation geführt, der auch der neue Finanzminister Salam Fayed angehörte. Israel hält umgerechnet 420 Millionen Euro zurück. Die Palästinenser hatten sich nach Angaben aus Gesprächskreisen mit Israels Forderung einverstanden erklärt, die Verwendung des Geldes überwachen zu lassen. An der Kontrolle sollten die USA beteiligt werden. Die palästinensische Führung hat am Montag den geplanten Teilabzug israelischer Truppen aus mehreren Städten des Westjordanlands begrüßt. Der palästinensische Kommunalminister Saeb Erekat betonte gleichzeitig vor Journalisten in Ramallah, man bestehe weiterhin auf einem vollständigen israelischen Abzug aus den sieben wiederbesetzten palästinensischen Städten des Westjordanlands. Finanzdirektor wegen Korruption festgenommen Wegen Korruptionsvorwürfen hat die palästinensische Polizei am Montag in Ramallah den Generaldirektor des Finanzministeriums festgenommen. Nach palästinensischen Angaben wurde Nasser Tabub aus seinem Büro abgeführt und in ein Gefängnis gebracht. Tabub ist in dem Ministerium verantwortlich für den Bereich Zölle und Einfuhrsteuern. Seine Festnahme sei Teil der Bemühungen im Kampf gegen Korruption der palästinensischen Führung, hieß es. Der genaue Inhalt der Vorwürfe war zunächst nicht bekannt. Israelische und palästinensische Verhandlungsteams hatten sich in der Nacht auf Sonntag darauf geeinigt, dass die israelische Armee Hebron und Bethlehem verlässt und die Belagerung Jerichos lockert, falls es innerhalb von 48 Stunden keine neuen Anschläge gebe. Erekat beschrieb das Treffen, an dem er selbst als Delegationsleiter teilnahm, als "ernst, ehrlich und geschäftsmäßig". Es habe jedoch keinerlei Ergebnisse bei den Kernthemen gegeben. Beide Seiten hätten sich auf eine Serie weiterer Treffen geeinigt. (APA/Reuters/dpa)