Innerhalb der Welthandels- organisation WTO wird derzeit neben dem Subventionsabbau in der Landwirtschaft über Marktöffnungsschritte auf dem Dienstleistungssektor verhandelt. Das diesbezügliche Regelwerk GATS (General Agreement on Trade in Services) ist in die allgemeinen WTO-Regeln eingebettet. Dies bedeutet unter anderem, dass nach erfolgter Marktöffnung ausländische Dienstleistungsanbieter gegenüber inländischen Firmen nicht mehr benachteiligt werden dürfen. Die weltweiten Dienstleistungsmärkte stehen deshalb im Mittelpunkt des Interesses, weil traditionelle Handelsbarrieren wie Zölle bei Waren und Industrieprodukten bereits weitestgehend abgebaut wurden. Nach Jahren rasanten Wachstums macht der Dienstleistungssektor (Finanzen, Telekom, Trans- port, Verkehr, Gesundheit, Bildung, Tourismus etc.) in den hoch entwickelten Wirtschaftsnationen bereits zwei Drittel des Bruttosozialproduktes aus. Auch traditionelle Industrie- und Gewerbebetriebe verdienen heute oft mehr Geld mit nachgelagerten Services als mit der produzierten Ware. (miba, DER STANDARD, Printausgabe, 23.7.2002)