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Frankfurt/Main - Die Europäische Weltraumagentur (ESA) will sich mit im Ruhm der roten Rennwagen sonnen, nachdem Michael Schumacher am Steuer eines Ferrari seinen fünften Formel-1-Weltmeistertitel errungen hat. Die erste europäische Mars-Sonde, die kommendes Jahr startet, soll in einem winzigen Plexiglasbehälter rote Ferrari-Farbe mitnehmen, wie der Sprecher Franco Bonacina von der ESA-Zentrale in Paris sagte. Die ESA will in der breiten Öffentlichkeit mehr Interesse für ihr Wissenschaftsprogramm wecken. Dazu wird auch das High-Tech-Image der italienischen Rennwagenbauer eingespannt. Das Ferrari-Team erklärte sich bereit, bei der ESA-Mission "Mars Express" ein bisschen Original-Rennwagenfarbe als Symbol des Erfolgs mitzuschicken. Raumtauglich? Die High-Tech-Farbe muss aber noch ihre Raumflugtauglichkeit unter Beweis stellen. Dazu wird sie laut einer Mitteilung der Agentur "gegenwärtig im Erprobungszentrum der ESA in den Niederlanden strengen Prüfungen unterzogen, um festzustellen, ob sie gegen die harten Umgebungsbedingungen im Weltraum gefeit ist". Der spezielle kugelförmige Plexiglasbehälter mit zwei Zentimeter Durchmesser werde auf jeden Fall den extremen Temperaturen standhalten, hieß es. Wenn die Farbe weltraumtauglich ist, wird die Probe im September feierlich in die Sonde eingebaut. Sie wird das schnellste Ferrari-Rot aller Zeiten werden, denn nach dem Start mit einer russischen Sojus-Fregat-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan aus erreicht die Sonde bis zu 10.800 Kilometer pro Stunde, das ist etwa zehnfache Schallgeschwindigkeit. Die Kosten des Farben-Spiels wurden von Bonacina auf 2.000 Euro beziffert. Der Mars ist rot genug Auf den "roten Planeten", der seine Rostfarbe dem hohen Eisenoxidgehalt seiner Oberfläche verdankt, wird das Ferrari-Knallrot aber nicht gelangen, wenn die Sonde im Dezember 2003 ankommt. Der Farbbehälter verbleibt im so genannten Orbiter, der den Mars von einer Umlaufbahn aus mit Hilfe von sieben Bordinstrumenten erforschen soll. Ein separates Landegerät namens "Beagle 2" wird auf der Oberfläche des Planeten niedergehen und den Boden untersuchen. Ziel der Operation ist die Suche nach etwaigen Wasservorkommen auf dem Mars und nach Spuren von vergangenen oder gegenwärtigem Leben. (APA/AP)