Nachdem es der FPÖ bisher nicht gelungen ist, den für diese Position ungeeigneten Sozialsprecher Reinhart Gaugg in eine Spitzenposition mit Sondervertrag bei der fusionierten Pensionsversicherungsanstalt (PVA) zu drücken, wird sie rabiat. Haider redet sich wieder in seine Rage von "Ordnung machen im rot-schwarzen Privilegienstadel" hinein, als sei er zehn Jahre jünger.Weil aber das alles auch für die gläubigsten Zeitgenossen, die die Haider-FPÖ bisher für eine echte Volks-Anti-Privilegien-Partei gehalten haben, zu viel wird, beißt die FPÖ mit voller Wucht in das Wadel des Koalitionspartners ÖVP. Der gerade erst feierlich bestellte Chef der PVA, Ewald Wetscherek, der ÖVP nahe stehend, aber ein anerkannter Fachmann, soll abgeschossen werden, weil er Gaugg nicht eigenhändig auf den Thron gehoben hat. Dafür ist aber leider eine Art Aufsichtsrat der PVA zuständig, der so genannte Überleitungsausschuss. Für die ÖVP-Fraktionsvorsitzende im Überleitungsausschuss, Brigitte Engelhardt, sind die Attacken der FPÖ gegen Wetscherek "unverständlich". Nur dann, wenn man nicht wissen wollte, wie der "Partner" beschaffen ist, mit dem sich die ÖVP auf eine Koalition eingelassen hat. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.7.2002)