Bild nicht mehr verfügbar.

"Kinder stärken", um Missbrauch einzuschränken

Foto: Reuters/HO
Feldkirch - "Kinder stärken" heißt ein Projekt der Stadt Feldkirch zur Früherkennung und Prävention sexueller Gewalt an Kindern. Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern wird in Aus- und Weiterbildungsseminaren Basiswissen zum Tabuthema und pädagogisches Know-how vermittelt. "Kinder sollen Nein sagen lernen", umreißt Vizebürgermeisterin Erika Burtscher (VP) das Ziel. Die Kommunalpolitikerin initiierte das Projekt, nachdem sie erkannt hatte, "dass man beim Thema ,sexueller Missbrauch' in der Gemeindearbeit sehr schnell an Grenzen stößt". An "Kinder stärken" sind alle 16 Kindergärten beteiligt, die Seminare richten sich an das Führungspersonal. An ersten Elternabenden nahm rund ein Drittel der Mütter und Väter teil. Gefühle beschreiben Kindern "Mut machen", ihre Gefühle zu äußern, über Erfahrungen zu sprechen, Hilfe zu suchen, will Projektleiterin Margit Brunner. Mit - von Privaten gesponserten - Spielen, Büchern, CDs erfahren Kinder spielend, wie sie Gefühle ausdrücken und beschreiben können. Eltern und Betreuende sollen die eigene Sprachlosigkeit überwinden "und die Sprache der Kinder verstehen lernen" (Brunner). Denn: "Missbrauch beginnt schleichend, oft mit zufälligen Berührungen, die als Spiel oder Ausdruck von Zuneigung getarnt sind." Bei Verdachtsmomenten - Kindergarteninspektorin Margot Thoma spricht von 30 bis 40 Fällen pro Jahr - kommen Betreuende oft in ein Dilemma. Margit Brunner: "Man darf die Kindergärtnerinnen in ihrer Unsicherheit nicht allein lassen, muss sie dabei unterstützen, einen gut überlegten Weg zu gehen." Dazu werden den Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern psychologisch geschulte Fachkräfte vermittelt. (jub/DER STANDARD, Printausgabe 23.07.2002)