Köln - Der internationale Menschenhandel mit Kindern und jungen Mädchen nimmt zu, die Drehscheibe in Europa ist der Balkan - dies ergab die am Montag in Köln veröffentlichte Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef, des UN-Kommissariats für Menschenrechte und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).Astronomische Gewinne Demnach werden jährlich rund 120.000 Frauen und Kinder in die Staaten der Europäischen Union "verkauft". Die meisten Opfer aus Ost-und Südosteuropa würden über den Balkan geschleust. Bis zu 80 Prozent der aus Albanien Verschleppten seien noch keine 18 Jahre alt. "Die Gewinne von Schleppern und Bordellbesitzern sind astronomisch", heißt es. Auch der Handel mit jüngeren Kindern nehme drastisch zu. Sie würden zum Betteln oder zur Arbeit gezwungen. Häufig seien es Nachbarn oder Schlepper aus dem eigenen Ort, die Eltern mit Geld oder falschen Jobangeboten täuschten. "Der Zusammenbruch des Kommunismus, der Balkankrieg und die wachsende Armut in der Region haben die Entstehung krimineller Netze des Menschenhandels in Südosteuropa ermöglicht", sagt Hans Koschnick, ehemaliger EU-Administrator in Mostar in Bosnien-Herzegowina und Vorstandsmitglied von Unicef Deutschland in Köln. "Die Regierungen müssen endlich entschlossen gegen diese schmutzigen Geschäfte vorgehen." (dpa, D ER S TANDARD , Print-Ausgabe, 23.7. 2002)