Jerusalem/Moskau - Der wegen Korruptionsverdachts festgenommene Chef der palästinensischen Zoll- und Steuerabteilung ist nach wenigen Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Er sei ins Büro von Palästinenserpräsident Yasser Arafat gebracht und von diesem persönlich zu seiner Arbeit befragt worden, sagte Nasser Tahbub am Montag in Ramallah. Anschließend habe er gehen können. Seine Akten würden an das Finanzministerium überstellt, das die Ermittlungen fortsetze, sagte Tahbub weiter. Die Korruptionsvorwürfe wies er zurück. Palästinensische Sicherheitskräfte hatten zuvor mitgeteilt, Tahbub sei auf Befehl von Arafat in seinem Büro im Finanzministerium festgenommen worden. Die Autonomiebehörde hatte auf Druck der USA, Israels und der palästinensischen Bevölkerung einen harten Kurs gegen die Korruption angekündigt. Sieben internationale Beraterteams Der israelische Außenminister Shimon Peres machte unterdessen weitere Angaben zu den Beratungen des so genannten Nahost-Quartetts in der vergangenen Woche in New York. Die Vertreter der USA, der EU, der UNO und Russlands hätten die Entsendung von sieben internationalen Beraterteams in die palästinensischen Autonomiegebiete beschlossen, berichtete die Nachrichtenagentur Itim. Sie sollten die Autonomiebehörde bei den geforderten Reformen beraten. Jedem Team sollten Vertreter von acht Ländern angehören, die USA wollen in jeder Gruppe vertreten sein. Saudiarabien will demnach bei der Ausarbeitung einer Verfassung helfen, Ägypten bei der Reform der Sicherheitsdienste, Jordanien bei den Reformen im zivilen Bereich. Arafat hat unterdessen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin telefonisch die Lage in Nahost erörtert. Dabei ging es vor allem um die "aktuellen Aspekte der gegenwärtigen Lage der israelisch-palästinensischen Beziehungen", teilte der Kreml mit. Arafat sprach sich nach diesen Angaben für eine weitere Beteiligung Russlands in den internationalen Bemühungen um Frieden und Sicherheit und Nahost aus. Erst in der Vorwoche hatte Putin mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon die Lage im Krisengebiet erörtert. (APA/AFP/dpa)