Wien - Die durch Skandale ausgelöste Talfahrt der Börsen dürfe sich nicht ausweiten, andernfalls werde auch "die Realwirtschaft etwas abbekommen", erklärte IHS-Chef Bernhard Felderer Montag abend in der "ZIB 2" des ORF. "Es darf nicht zu lange dauern, die Vertrauenskrise darf nicht zu tief werden, dann können wir die schwierigen Zeiten auch gut überwinden". Dass die Wiener Börse nur sehr abgeschwächt auf die Talfahrt reagiere, ist für Felderer auch ein Zeichen dafür, dass "wir immer ein geringeres Kurs-Gewinnverhältnis gehabt haben. Auch haben wir keine Skandale", so Felderer. "Überbewertung" Jedenfalls müsse man unterscheiden zwischen den einerseits beispielsweise in Amerika "exzellenten Daten" betreffend einem Wachstum von 3,5 bis 3,7 Prozent Ende des Jahres und andererseits der "Überbewertung" von Aktien. Letzteres sei noch nicht in allen Bereichen gelöst. "Was jetzt passiert, ist eine Folge von zwei Großpleiten, die ihresgleichen suchen, auch die Art, wie die Pleiten erfolgen, durch betrügerisches Handeln". Und es seien auch Überbewertungen nicht rechtzeitig vorgenommen worden. So habe es "über Jahre hinweg eine Überbewertung der US-Aktien" gegeben. In der zweiten Hälfte der Neunzigerjahre habe es ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 50 oder 100 gegeben, die traditionellen Werte lägen aber nur bei 30. (APA)