Appenzell - Asylbewerber mit guter Führung sollen in der Schweiz belohnt und gegenüber renitenten Asylsuchenden besser gestellt werden: Die Innerrhoder Standeskommission (Regierung) reagiert damit auf die Hungerstreiks im Asylzentrum Mettlen mit einem Betreuungskonzept. Das neue Betreuungskonzept ist nach den Prinzipien eines "Bonus-Malus-Systems" ausgerichtet, wie die Regierung am Montag mitteilte. Asylsuchende, die sich an die Hausordnung hielten, sich kooperativ zeigten und einen Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit leisteten, würden mit Anreizmodellen belohnt.Externe Berufstätigkeit bereits nach drei Monaten Bei guter Führung soll den Asylbewerbern bereits nach drei Monaten die Aufnahme einer externen Berufstätigkeit bewilligt werden. Wenn sie davon Gebrauch machen, dürfen sie auch eine individuelle Unterkunft beziehen. Auch die Präsenzkontrollen könnten dann gelockert werden. Die Regierung des Kantons hat das neue Betreuungskonzept bereits Anfang Juli in Kraft gesetzt. Gleichzeitig hat das Gesundheits- und Sozialministerium eine Hausordnung für Asylunterkünfte beschlossen. Diese sieht für die Bewohner des Asylzentrums Mettlen eine tägliche Präsenzkontrolle zwischen 16.30 und 17.30 Uhr vor. Renitente Asylbewerber, die etwa gegen die neue Hausordnung verstoßen oder Arbeiten verweigern, werden laut Hörler nicht bestraft, aber sie seien gegenüber den kooperativen Asylbewerbern in Appenzell Innerrhoden in Zukunft deutlich schlechter gestellt. Die Innerrhoder Regierung reagiert mit dem neuen Betreuungskonzept auf Vorfälle in der Asylunterkunft Mettlen in Appenzell: Im Jänner und im April dieses Jahres waren Asylbewerber in Hungerstreik getreten; mit der Forderung, die Hausordnung sei zu lockern. Im April wurden Streikende in Baracken umquartiert. (APA)