Havanna - Der Gouverneur des US-Bundesstaat Nord-Dakota, John Hoeven, ist am Montag an der Spitze einer amerikanischen Wirtschaftsdelegation zu einem Besuch in Kuba eingetroffen. Gleich bei der Ankunft machte der nordamerikanische Politiker das Interesse seines Staates deutlich, in Kuba Agrarprodukte zu verkaufen. Der US-Kongress hatte Ende 2000 auf Druck der Agrarlobby das seit 40 Jahren bestehende Handelsembargo gegen die sozialistische Karibikinsel gelockert und Lebensmittelexporte möglich gemacht. Ein Jahr später nach dem Hurrikan "Michelle", starteten die ersten Lieferungen. Seit Dezember 2001 hat Kuba nach Angaben der Staatsfirma Alimport Lebensmittel aus den USA für 115 Millionen Dollar (113,3 Mill. Euro) importiert. Aufhebung des Embargos und der Reisebeschränkungen für US-Bürger US-Präsident George W. Bush hat aber klar gemacht, dass mit einer weiteren Lockerung des Handelsembargos vorerst nicht zu rechnen sei. In einer Rede am 20. Mai machte er die Aufhebung des Embargos und der Reisebeschränkungen für US-Bürger von freien Wahlen auf Kuba abhängig. Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro ließ daraufhin den Volkskongress den Sozialismus per Verfassungsänderung für "unwiderruflich" erklären. Kuba muss wegen der einseitigen Ausrichtung seiner Landwirtschaft auf das Zuckerrohr rund die Hälfte seiner Lebensmittel importieren. Die US-Farmer hatten ihre Regierung schon lange gedrängt, sie an diesem Geschäft teilhaben zu lassen. Um die Lieferungen aus den USA bezahlen zu können, setzte Kuba Presseberichten zufolge aber Zahlungen an einige europäische Handelspartner aus. (APA/dpa)