Tel Aviv - Aus Protest gegen die israelische Regierungspolitik ist die stv. Verteidigungsministerin Dalia Rabin- Pelossof von ihrem Amt zurückgetreten. Nach Medienberichteten begründete die 51-jährige Politikerin der Arbeiterpartei, Tochter des ermordeten Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin, ihren Schritt damit, dass sie nicht guten Gewissens länger in der großen Koalition mit Sharons Likud-Block bleiben könne. Tätigkeit im Rabin-Zentrum für Frieden fortsetzen Die israelische Tageszeitung "Haaretz" schrieb, Dalia Rabin- Pelossof wolle zunächst ihr Abgeordnetenmandat behalten und gleichzeitig ihre Tätigkeit im Rabin-Zentrum für Frieden fortsetzen. Ministerpräsident Rabin, der gemeinsam mit Außenminister Peres den Friedensprozess mit den Palästinensern in Gang gesetzt hatte, war im November 1995 in Tel Aviv von einem rechtsextremen jüdischen Fanatiker ermordet worden. Sollte sich ein Konflikt zwischen ihren Friedensaktivitäten und ihrer politischen Funktion in der Knesset und der Fraktion der Arbeiterpartei ergeben, werde die zurückgetretene Vizeministerin "nicht zögern", das Parlament zu verlassen, schrieb "Haaretz". Breif an Verteidigungsminister Ben-Eliezer In einem Brief an den Vorsitzenden der Arbeiterpartei, Verteidigungsminister Ben-Eliezer, schrieb Rabin-Pelossof, sie stimme der politischen Linie der Regierung nicht zu, die keinen "politischen Horizont" für Verhandlungen mit den Palästinensern habe. Nach ihrer Einschätzung sei die Regierung der Nationalen Einheit "am Ende angelangt". Bereits nach der Wiederbesetzung palästinensischer Autonomiegebiete durch die israelische Armee hatte Dalia Rabin dafür plädiert, dass die Arbeiterpartei die Koalition der Nationalen Einheit verlässt. (APA)