Wien - "Atomkraft als Rettung des globalen Klimas" - das ist der neueste Slogan der globalen Atomlobby für die Umsetzung des Kyoto-Protokolls zur Eindämmung der Treibhausgase. Denn AKW emittieren ja - zumindest im Betrieb - kein CO2 oder Ähnliches, wie es konventionelle Kraftwerke mit fossilen Brennstoffen tun. Werden aus Gründen des "Klimaschutzes" tatsächlich weitere AKW gebaut, dann wohl vor allem in Asien und in Osteuropa, wie eine Aufstellung der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO zeigt.Asien ist ein enormer Atomkraftwerkmarkt In Mittel- und Westeuropa sowie den USA scheint der Markt für Atomkraftwerke - wohl auf Grund von Sicherheitsbedenken - derzeit gesättigt. Die Hoffnungsmärkte der zivilen Nuklearbranche liegen daher in den Boom-Zonen Asiens und im Osten unseres Kontinents mit seinem wirtschaftlichen Nachholbedarf: Von weltweit 32 derzeit in Bau befindlichen Reaktoren sind laut IAEO gleich acht in China und je vier weitere in Südkorea und der Ukraine. Daneben sind derzeit noch in folgenden Ländern Reaktoren im Entstehen: Japan (drei), Indien, Iran, Russland, Slowakei und Taiwan (je zwei) sowie Argentinien, Tschechien und Rumänien (je einer). Alle 32 Projekte zusammen haben eine elektrische Nennleistung von 28.438 Megawatt. Zum Vergleich: Die in Betrieb befindlichen 438 Atomreaktoren bringen es auf eine gemeinsame Nennleistung von 353.298 MW. Anders ausgedrückt: Die weltweite Atomenergie soll um weitere acht Prozent ausgebaut werden. Allerdings befinden sich die neuen Projekte in sehr unterschiedlichen Bau-Stadien. Und die IAEO-Aufstellung enthält keine Zeitpläne. (APA)