Amstetten - "Hymnen" wie "I'm free" und "Pinball Wizard" der britischen Rock-Gruppe "The Who" bespielen seit Mittwoch die Amstettner Eishalle "erbeben": Das Musical "Tommy" feierte in einer Broadway-Version im Rahmen des Theaterfestes Niederösterreich Premiere. Unter der Intendanz von Johann Kropfreiter zeichnet Kim Duddy für Regie und Choreografie verantwortlich, die musikalische Leitung liegt bei Martin Gellner und Werner Stranka vom Team "Beat 4 Feet". Als "Tommy" ist Steven Seale zu hören, in weiteren Hauptrollen spielen und singen Sabine Mayer, Brian Carmack, Drew Sarich, James Sbano, Sigalit Feig und Cedric Lee Bradley. Arbeiterjugend Die von harten Rhythmen geprägte, 1969 uraufgeführte Rock-Oper der "Who" - den Prototypen der rotzigen Londoner Arbeiterjugend der sechziger Jahre - geriet rasch zum Sujet einer rebellierenden Gegenkultur: Die Story um den Buben, der aus Realitätsschock taub, blind und stumm wird, ließ hinreichend Platz für Interpretationen - von einer Enttabuisierung der Thematik Kindesmissbrauch über den Preis, der für Ruhm und Anerkennung zu zahlen ist, bis zur Metapher für die Orientierungslosigkeit Jugendlicher in Zeiten gesellschaftlichen Umbruchs. Die extravagante Verfilmung durch Ken Russell im Jahr 1975 wurde von der konservativen Filmkritik als "orgiastische und gewalttätige Version" attackiert. 1993 - 24 Jahre nach der Uraufführung - avancierte die vom Originalautor Pete Townshend überarbeitete Fassung am Broadway zum Hit. (APA)