St. Pölten - Die FPÖ Niederösterreich hat sich einstimmig für die Einsetzung einer Historikerkommission zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Besatzungszeit in Österreich ausgesprochen. Eine entsprechende Resolution an die Bundesregierung wurde am Montag seitens der erweiterten Landesparteileitung beschlossen. Der Historiker Karl Stuhlpfarrer von der Universität Klagefurt hält es dagegen nicht unbedingt für notwendig eine ganze Kommission dazu einzusetzen. "Die fast 200 Delegierten haben bei dieser Sitzung unserem Volksanwalt Ewald Stadler voll den Rücken gestärkt", stellte Landesparteisekretär Franz Marchat fest. Die NÖ Freiheitlichen hätten damit Geschlossenheit in dieser wichtigen Frage gezeigt, zu der Landeshauptmann Erwin Pröll (V) bisher geschwiegen habe. Gefordert wird von der NÖ-FPÖ auch eine Ausdehnung des Kriegsopferversorgungsgesetzes, damit auch Opfer der Besatzungszeit Ansprüche geltend machen können. Stuhlpfarrer sprach sich im Radio-"Morgenjournal" dafür aus, statt eine Historikerkommission einzusetzen den Forschungsprozess in seiner ganzen Breite zu fördern, und zwar im internationalen Kontext. Die Aussage Stadlers, wonach die Nazi- und die Besatzungszeit "wie Pest und Schwefel" gewesen seien, nannte der Historiker "absolut unzulässig". Auch die Aussage, dass Österreich von den Besatzungsmächten nur angeblich befreit worden sei, wies Stuhlpfarrer zurück. Österreich sei 1945 befreit worden. Die Besatzung habe den Zweck gehabt, Österreich von Deutschland zu trennen und Österreich zu entnazifizieren. (APA)