Johannesburg - Ein mit Ketchup in den Schnee geschriebener Hilferuf hat am Montag 31 Menschen gerettet. Sie waren im höchstgelegenen Imbisslokal Südafrikas vom Wintereinbruch überrascht worden. Zwei Bergsteiger stapften bei Windgeschwindigkeiten bis 55 Stundenkilometer und minus 30 Grad, mehrfach bis zum Bauch im Schnee versinkend, zum 2874 Meter hoch gelegenen Sani-Pass, berichtete die Tageszeitung The Star am Dienstag."Der Schnee war so tief, dass wir weder Weg noch Felsen mehr sahen", sagte einer der Bergsteiger. Nachdem die zwei das Lokal auf dem Pass erreicht hatten, trampelten sie zusammen mit den Touristen die weißen Massen nieder und schrieben mit Ketchup ein großes "H" in den Schnee. "Eine Superidee" Ein Hubschrauber der südafrikanischen Luftwaffe sah das Zeichen und brachte die Urlauber in Sicherheit. "Das mit dem Ketchup war eine Superidee", sagte der Pilot. Die von einem Schneechaos betroffene Region im Südosten Südafrikas war von den Behörden schon am Montag zum Katastrophengebiet erklärt worden. Es ist der härteste Winter in Südafrika seit fast 40 Jahren, bisher kamen durch Sturmunfälle und Erfrierungen mindestens 22 Menschen ums Leben. Laut einer ersten Schätzung sind durch die Schneemassen mindestens 50 Geschäfte (die wenig später von Plünderern ausgeräumt wurden), mehr als 100 Bauernhäuser und mehr als 3000 Hütten in den Armensiedlungen zerstört worden. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 24.7.2002)