Der Wiener FP-Obmann Hilmar Kabas hat sich am Dienstag "angesichts des neuerlichen Flops der Viennabike-Aktion" für einer Stopp für die Wiener Gratisfahrräder in der derzeitigen Form ausgesprochen. Auch Wiens VP-Obmann Alfred Finz tritt für eine sofortige Einstellung des Viennabike-Projekts ein. Angesichts des neuerlichen Fehlens Hunderter Fahrräder müsse man von einem "Flop" sprechen, meinte er bei einer Pressekonferenz Dienstag Vormittag. Nach Ansicht des VP-Obmanns dürfe daher nicht weiter zugewartet werden: "Man soll dieser Steuergeld-Verschwendung nicht länger zuschauen." "Wunderbare Idee" Bürgermeister Michael Häupl (S) verteidigte die Idee, plädierte aber für ein elektronisches Sicherungssystem. Viennabike-Sprecher Michael Kuhn will das Projekt bis zur Evaluation Mitte September wie bisher weiterführen. Häupl betonte in seiner wöchentlichen Pressekonferenz, er halte die Gratis-Leihräder für eine "wunderbare Idee". Man solle diese nicht denunzieren, so der Bürgermeister. Angesichts von Fahrradschwund und Vandalismus regte er allerdings an, ein elektronisches Sicherheitssystem, etwa in Form einer Chipkarte, einzuführen. Auf dieser könnten die persönlichen Daten des Benutzers gespeichert werden. In Anspielung darauf, dass viele Benutzer die Leihräder als ihren persönlichen Besitz ansehen, meinte Häupl, dass "zwei Euro für ein Fahrrad dieser Qualitätsstufe wohl zu billig" seien. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" Kabas forderte dagegen - ebenso wie der Wiener VP-Chef Alfred Finz - ein Ende der Aktion: "Besser ein Ende mit Schrecken als weiterhin für den Steuerzahler ein Schrecken ohne Ende." Jetzt gelte es, die an sich gut gemeinte Idee, den Fahrradverkehr in Wien zu fördern bzw. damit die Bevölkerung vom motorisierten Individualverkehr wegzubewegen, nicht durch eine dilettantische Umsetzung endgültig zu begraben. "Politischer Bauchfleck" Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) und der Grüne Rathaus-Klubchef Christoph Chorherr müssten die Größe haben, einzugestehen, dass das erste große rot-grüne Projekt ein für die Steuerzahler teurer "politischer Bauchfleck" gewesen sei, so Kabas. Nunmehr gelte es, das jetzige System zu beenden und unter Miteinbeziehung internationaler Erfahrungen sowie damit befasster Experten ein System zu entwickeln, das sowohl die Akzeptanz in der Bevölkerung finde, wie auch wirklich missbrauchssicher sei. Sofortiger Stopp ausgeschlossen Viennabike-Sprecher Kuhn gab sich angesichts der Kritik von VP und FP gelassen: "Ich habe mit den beiden Herren die Viennabikes nicht begonnen, und ich werde sie nicht mit ihnen beenden." Einen sofortigen Stopp für die Aktion schloss er aus. Zumindest bis zum von Schicker verkündeten Stichtag am 15. September sollen die Viennabikes wie bisher zur Verfügung stehen, so Kuhn. Wie es danach weitergehen wird, will der Viennabike-Chef mit der Stadt und den Sponsoren vereinbaren. Gegen Viennabike-"Entführer" will Kuhn weiterhin konsequent mit 50-Euro-Strafen vorgehen. Davon ausgenommen würden nur ortsunkundige Touristen. "Vielleicht wird es mit den Sanktionen ja besser", sagte Kuhn. (APA)